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Johannisfest-Festzeitschrift: Diese Broschüre ist ein Zeitdokument

Luisa Dehnhardt (Werra-Rundschau), Judith Rode (Fachbereichsleiterin Kultur), Uwe Gondermann (Redaktion) und Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe stehen in Eschwege vor dem Gebäude der Werra-Rundschau und präsentieren die Johannisfest-Festzeitschrift für das Jahr 2020.
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Für die neue Broschüre verantwortlich (von links): Luisa Dehnhardt (Werra-Rundschau), Judith Rode (Fachbereichsleiterin Kultur), Uwe Gondermann (Redaktion) und Bürgermeister Alexander Heppe.

Das wird keine normale Festschrift sein. Diese Broschüre zum Johannisfest ist einzigartig und jetzt schon ein echtes Zeitdokument.

Denn das 40 Seiten starke Heft weicht durch die Corona-Pandemie, die eine Absage des Festes unumgänglich machte, von den bisherigen Versionen deutlich ab. „Sie ist aber Bestandteil des Festes und auf sie wollten wir nicht verzichten“, sagt Uwe Gondermann, verantwortlich für die Organisation des Festes. Inhaltlich waren die Bürger der Stadt stark beteiligt an dieser Broschüre.

Denn die üblichen Regularien wie die Aufstellungen der Festzüge, das Ablaufprogramm von Donnerstag bis Freitag oder die Verteilung von Maien und Eichenlaub sind weggefallen. Stattdessen wurden die freien Seiten mit Ideen der Eschweger gefüllt, die seit April unter dietemann@eschwege-rathaus.de ihre Vorschläge, wie man das Johannisfest feiern könnte, einsendeten. Über 60 E-Mails erreichten die Stadtverwaltung. „Die Menschen haben sehr viel Liebe und Zeit für ihre Bastelarbeiten und Kunstwerke investiert“, sagt Judith Rode, Fachbereichsleiterin Sport und Kultur.

Mit Rätsellösung Johannisfest-Carepaket gewinnen

Beim Rätsel zum Johannisfest gibt es eines der Carepakete der Tourist-Information zu gewinnen (wir berichteten), die eine echte Rarität sind, weil sie bereits ausverkauft sind. Neben vielen Fotos aus vergangenen Zeiten bereichern auch Gastbeiträge das Heft. Martin Große beschreibt in einem Gedicht, wie es einem Eschweger erging, als er vom Ausfall des Johannisfestes erfahren hat.

Bruder Thomas Große hat die Ausfälle des Johannisfestes seit 1866 historisch aufgearbeitet. Mehrfach kam es seitdem zu Ausfällen. Udo Wenderoth blickt auf die Geschichte der Johannisfestreiter zurück. Harry Schade, Romanfigur aus den Eschwege-Krimis von Ralph Nowag, nimmt den Johannisfest-Ausfall in seiner bauernschlauen Art zur Kenntnis. „Unn nu erscht recht“, sagt er.

Bürgermeister Heppe spricht von einer Mutmach-Festschrift, die die Vorfreude auf das nächste Jahr steigern soll, wenn das Johannifest „hoffentlich wieder normal gefeiert werden kann“.

Feiern ja, aber im kleinen Rahmen

Heppe appelliert zugleich an die Vernunft der Eschweger in der Zeit vom 25. bis 29. Juni, als das Fest ursprünglich gefeiert werden sollte. Vonseiten der Stadt gebe es keine Verbote oder Gebote. Die Corona-Verordnung sei aber nicht ausgesetzt. Nach wie vor gilt bis zum 31. August das Verbot von Großveranstaltungen, zu dem das Johannisfest mit mehreren Zehntausend Besuchern zweifelsohne zählt.

Heppe verweist auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. „Ich möchte nicht, dass das Schönste aller Feste mit der Entstehung eines neuen Corona-Hotspots in Verbindung gebracht wird. Feiern ja, aber im kleinen Rahmen.“ Deswegen wird in diesem Jahr beispielsweise auch kein Eichenlaub zum Kränzewickeln ausgegeben.

Hier gibt es die Broschüre ab sofort

Die Broschüre hat eine Auflage von 6000 Stück. Etwa 5000 Stück liegen in den Eschweger Schulen, Seniorenheimen, Bäckereien, Innenstadt-Kneipen, Gaststätten und im Rathaus aus. Die Sparkassen bekommen 360 Exemplare, an das Klinikum in Eschwege gehen allein 500 Hefte. Alle sind kostenlos zum Mitnehmen. 

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