Wissen für Augen und Ohren im Jubiläumsjahr

Neustädter Kirche Eschwege: Digitaler Kirchenführer in Planung

Heinrich und Annemarie Mihr sowie Harald Nolte und Sebastian WEerner stehen vor der Neustädter Kirche in Eschwege und zeigen den neuen Kirchenführer in die Kamera.
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Der neue Kirchenführer ist momentan nur analog zu bekommen, im Herbst soll es eine digitale Variante des Heftes geben. Von links: Die Autoren Heinrich und Annemarie Mihr sowie Harald Nolte vom Kirchenvorstand und Pfarrer Sebastian Werner zeigen das aktualisierte Heft.

Als der Planungskreis für die 500-Jahr-Jubiläumsfeier der Kirchen-Einwölbung, die eigentlich in diesem Jahr stattfinden sollte, zusammenkam, war schnell klar, dass ein neuer Kirchenführer hermusste.

„Der alte enthielt zu wenige Informationen und war teilweise mit überholtem Wissen bestückt“, erklärt Heinrich Mihr, der zusammen mit seiner Frau Annemarie den neuen Kirchenführer verfasst hat.

Doch nicht nur zum Nachlesen wollen Pfarrer, Kirchenvorstand und die Autoren neue Enthüllungen und uralte Erkentnisse festhalten. Auch zum Nachhören sind die Texte des Kirchenführers ab dem 13. September abrufbar. „Wir planen, dann Plastikstelen mit einem QR-Code darauf in der Kirche aufzustellen“, erläutert Pfarrer Sebastian Werner.

Konfirmanden sprachen die Texte ein

Hinter der englischen Abkürzung für Quick Response, also schneller Reaktion, verbirgt sich ein Muster, das mit dem Handy und einer speziellen App gescannt wird. Auf dem Display des Anwenders öffnen sich dann automatisch Websites, Daten oder Tonspuren, die sich hinter dem schwarz-weißen Bildkasten verbergen. So soll auch die digitale Umsetzung des geballten Wissens aus 1000 Jahren Neustädter Kirchengeschichte digitalisiert werden.

Die Entscheidung, auch Audiospuren einzubinden, war bereits im vergangenen Jahr beschlossene Sache. Nachdem der Kirchenführer im März fertiggestellt worden war, sprachen rund sechs der momentan 20 Konfirmanden aus beiden Pfarrbezirken die Texte ein.

„Das war ein besonderes Erlebnis für die Konfirmanden, weil wir es in einem richtigen Studio aufgenommen haben“, erklärt Pfarrer Sebastian Werner, der das Audio-Projekt betreut. Die Räumlichkeiten hatte Rundfunk Meißner kostenlos zur Verfügung gestellt.

Architektur, Geschichte und Deckenmalereien

Bei den Aufnahmen, kurz vor Beginn der Sommerferien, war schon nach einer Stunde alles im Kasten. Mit fünfzehn Minuten Gesamtspielzeit und einzelnen Teiltonspuren von zwei Minuten wollen die Organisatoren die Informationen so kompakt wie möglich halten.

Themenbereiche wie die Architektur und Geschichte der Kirche, der Aufbau der Kanzel, der Taufstein, die Glocken, die Deckenmalereien und viele weitere finden sich in dem digitalen und analogen Kirchenführer.

Und auch wenn die Jubiläumsfeier in diesem Jahr Corona-bedingt ausfallen muss, können die Kirchenbesucher trotzdem einen Streifzug durch die Geschichte der Neustädter Kirche unternehmen.

Vorbei an als Zangenabdrücke enttarnten Einschusslöchern und dem unbekannten Heinerich von Eschewe, der an der Kanzel verewigt wurde, kann jeder die Kirche erforschen. Und das unter einem Himmelszelt, das schon seit 500 Jahren über der Neustädter Kirche thront.

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