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Digitalzentrum Werra-Meißner-Lab startet im April

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Von: Tobias Stück

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Nicht nur für die junge Generation: Die Digitalisierungsoffensive des Kreises soll alle Altersklassen mitnehmen. Senioren sollen beispielsweise einfacheren Zugang zur Telemedizin bekommen.
Nicht nur für die junge Generation: Die Digitalisierungsoffensive des Kreises soll alle Altersklassen mitnehmen. Senioren sollen beispielsweise einfacheren Zugang zur Telemedizin bekommen. © Dragana Gordic

Das sogenannte Werra-Meißner-Lab, das neue Digitalzentrum des Kreises, wird voraussichtlich im April an den Start gehen. Finanziert wird das Zentrum weitestgehend vom Land Hessen.

Werra-Meißner – Das Digitalministerium stellt knapp 1,3 Millionen Euro für das Projekt zur Verfügung. Das haben Landrätin Nicole Rathgeber und Wirtschaftsförderer Dr. Lars Kleeberg jetzt in einer Videokonferenz mit Digitalministerin Kristina Sinemus bekannt gegeben. Das Werra-Meißner-Lab ist als zweigleisiges Konzept geplant.

Feste Anlaufstelle in der Kreisstadt

Das Digitallabor wird aus einem festen Anlaufpunkt in der Kreisstadt und drei mobilen Einheiten, aber auch virtuellen Räumen bestehen. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft hat moderne Räumlichkeiten in Eschwege angemietet. Diese Zentrale soll Anlaufpunkt sein und Platz für Co-Working-Modelle liefern. In den offenen Workshop- und Seminarräumen sollen zum Beispiel Vorträge, Diskussionsrunden, Hackathons, Unternehmertreffen oder Schnuppertage für Kinder, Jugendliche, Senioren rund um das Thema Digitalisierung stattfinden.

Drei mobile Außenstellen verteilen sich im Landkreis

Außerdem sind drei mobile Container im Umlauf, in denen an verschiedenen Orten im Werra-Meißner-Kreis die digitalen Angebote aus dem Landkreis vorgestellt werden. Sie sind mit dem vollen digitalen Equipment ausgestattet und sollen eine Anlaufstelle für die Bevölkerung sein. „Da können Unternehmen ihr digitales Angebot vorstellen, Dinge ausprobiert werden oder es gibt ganz konkrete Hilfestellungen“, erklärt Kleeberg. Ausstellungen und Themenwochen sind ebenso angedacht. Dreimal pro Jahr werden die Container an einen anderen Ort umgesetzt. „Wir wollen da sein, wo die Menschen sind“, sagt Kleeberg. Beispielsweise könne so ein Co-Working-Platz am Werratalsee oder im Mohnfeld entstehen.

Diese Zielgruppe soll das Werra-Meißner-Lab erreichen

Mit dem Zentrum und den drei mobilen Einheiten will der Werra-Meißner-Kreis nicht nur die jüngere Generation erreichen. „Wir wollen alle Altersklassen mitnehmen“, sagt Rathgeber, die sich für die Fördermittel bedankte, weil das Geld es dem Kreis erst ermöglicht, den seit zwei Jahren in Arbeit befindlichen Digitalisierungsplan umzusetzen. Über das Werra-Meißner-Lab könnte beispielsweise den Älteren die Telemedizin nähergebracht werden, was die Landtagsabgeordnete Lena Arnoldt begrüßen würde. „So könnte man die Lebensqualität im Kreis steigern.“

Darum gibt das Land Hessen die Fördermittel

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro für zwei Jahre. Bezahlt werden Planungsarbeiten, Mieten, Einrichtung, technische Infrastruktur und Personal. 90 Prozent – genau 1 285 080 Euro – kommen aus dem Topf „Starke Heimat Hessen“. Sinemus begründet das starke finanzielle Engagement so: „Im europäischen Wettbewerb der Regionen sind mehr denn je kluge Ideen gefragt, um als attraktiver Wohn- und Arbeitsplatz bestehen zu können.“ (Tobias Stück)

Das ist das Programm „Starke Heimat Hessen“

Mit dem Programm „Starke Heimat Hessen“ werden die Kommunen bei wichtigen Zukunftsprojekten unterstützt. Dazu zählen unter anderem Kinderbetreuung, Gesundheitsversorgung oder die Stärkung des ÖPNVs. Rund 20 Millionen Euro stehen jährlich von 2020 bis 2024 im Bereich der Ministerin für Digitale Strategie und Entwicklung zur Verfügung, die in drei Maßnahmen aufgeteilt sind. Jeweils vier Millionen Euro fließen von 2020 bis 2024 in die Digitalisierungsplattform Civento, die vom Land Hessen den Kommunen flächendeckend kostenfrei zur Verfügung gestellt wird. Die Plattform bildet einen zentralen Baustein für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes im kommunalen Bereich. Zudem können Kommunen darauf Anträge elektronisch bearbeiten – ein wichtiger nächster Schritt hin zur Volldigitalisierung der kommunalen Verwaltung. Weitere knapp 16 Millionen Euro wurden 2020 für die Verwaltungsdigitalisierung zur Verfügung gestellt. Und drittens werden von 2021 bis 2024 jeweils bis zu 16 Millionen Euro für die Förderung kommunaler Vorhaben verwendet, die innovative Projekte in Themenfeldern der Digitalisierung kommunaler Handlungsfelder im Sinne von Smart City / Smart Region betreffen. Projekte werden mit 100.000 Euro bis 2,5 Millionen Euro unterstützt – bei einer Förderquote von 90 Prozent und einer maximalen Laufzeit von zwei Jahren. 

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