Interview mit dem Vorsitzenden des Hessischen Triathlonverbands

Werraman: "Das Ding noch umgebogen"

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Martin Hannappel, Geschäftsführer des hessischen Triathlonverbandes. 

Im hessischen Triathlonverband ist man erleichtert, dass der Werraman am 25. August tatsächlich stattfinden kann und nicht in einen Duathlon heruntergestuft wird, bei dem auch die Schwimmer laufen müssen. Gegen die Verlegung der Strecke, sei nichts einzuwenden, sagte Verbandsgeschäftsführer Martin Hannappel im Interview, das WR-Chefredakteur Dieter Salzmann mit ihm führte.

Werra-Rundschau: Herr Hannappel, der Werraman hat neue Strecken. Sind die Routen für den Triathlonverband akzeptabel?

Martin Hannappel: Wir sind als Verband heilfroh, dass wir einen Triathlon machen können und keinen Duathlon machen müssen. Und wir sind dankbar, dass der Werraman-Verein soviel Power hat und so flexibel ist, das ganze Ding in so kurzer Zeit noch umzubiegen.

Sehen Sie die neue Strecke als Notlösung oder eher als Verbesserung?

Hannappel:Das kann man jetzt noch nicht sagen, das muss der Wettkampf zeigen. Wir springen jetzt ins kalte Wasser. Das ist in so einer Notsituation auch in Ordnung. Aber ganz klar: Nach dem Wettkampf müssen wir uns zusammensetzen und auswerten, was gut und was schlecht gelaufen ist.

Ist es schon mal vorgekommen, dass Triathlonwettkämpfe auf den letzten Drücker komplett umgeschmissen worden sind?

Hannappel: Das kann durchaus mal passieren. Das ist Freiwasserschwimmen in natürlichen Gewässern. Und wenn ein See kippt, muss man sich einen anderen suchen. Manchmal gibt es auch kurzfristig Bauarbeiten, zum Beispiel auf der Radstrecke. Dafür können die Veranstalter nichts, müssen aber reagieren und die Strecke verlegen.

Die Sportler haben sich gedanklich oder im Training auf die alte Strecke vorbereitet. Bereitet ihnen das Probleme?

Hannappel: Nein. Ob ich nun linksrum fahre oder rechtsrum, das spielt keine große Rolle. Anders mag das für diejenigen sein, die schon zum fünften oder sechsten Mal starten und genau wissen, an welcher Ecke sie welche Zeit haben. Die müssen sich ein bisschen umstellen.

Wen trifft die Änderung am meisten?

Hannappel: Die Einzelstarter und die Radfahrer, weil die Radstrecke eine andere Topografie hat. Für die Läufer und die Schwimmer sind die Änderungen unerheblich.

Die Radfahrer fahren im Gegenverkehr auf steilen und engen Straßen und müssen außerdem mit Autoverkehr rechnen. Wie hoch ist das Risiko?

Hannappel:Ein Risiko hat jeder. Wir bewegen uns auf Straßen, die ganz, teilweise oder gar nicht gesperrt sind. Grundsätzlich gilt die Straßenverkehrsordnung, die auch für eine Triathlonveranstaltung nie ganz aufgehoben wird. Daran müssen sich auch die Radfahrer halten. Alle Verkehrsteilnehmer müssen aufeinander Rücksicht nehmen.

Und das funktioniert auch, wenn die Radfahrer mit Tempo 60 oder 70 den Berg runterkacheln.

Hannappel:Das funktioniert auch. Jeder ist ja für sich selbst verantwortlich.

Die Läufer müssen sich bei ihrem Einlauf nach Eschwege die Strecke mit dem regulären Autoverkehr teilen. Ist das üblich?

Hannappel:Das ist ja eine Notlösung, die wir jetzt haben. Wenn der Werraman im nächsten Jahr auf der gleichen Strecke läuft, haben wir einen größeren Vorlauf und können die Veranstaltung ganz anders vorbereiten. Dann gibt es auch andere Absperrordnungen.

Sie selbst nehmen auch am Werraman teil. Wie bereiten Sie sich vor?

Hannappel:Nicht viel, dazu habe ich leider zu wenig Zeit. Ich mache mal wieder einen Wettkampf mit, weil ich Spaß haben will. Meine Großeltern, meine Mutter und ein Teil meiner Verwandtschaft kommen aus Eschwege, deswegen bin ich gern hier. Ich will einfach Spaß haben und werde die Leute vor mir herhetzten.

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