Dr. Helmut Hildebrandt hat ein neues Gesundheitssystem entwickelt

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Hat ein Erfolgsmodell im Gesundheitswesen entwickelt: Der gebürtige Eschweger Dr. Helmut Hildebrandt arbeitet zukunftsorientiert. 

Eschwege. Er ist ein Dietemann, geboren 1954 in der Luisenstraße in Eschwege. Sein Vater war Apotheker, seine Mutter stammt aus der früheren Bäckerei Nass am Marktplatz. Dr. Helmut Hildebrandt ist mit fünf Jahren nach Sontra gezogen, weil sein Vater die dortige Glück-auf-Apotheke übernommen hat.

Mit guten Ideen und fundierten Argumenten ist der Vorstandsvorsitzende der in Hamburg ansässigen Opti-Medis AG nun in seine alte Heimat zurückgekehrt.

Zusammen mit der BKK Werra-Meißner hat der 64-Jährige ein Gesundheits- und Versorgungsprogramm für die Menschen der Region initiiert: „Wir verfolgen das Ziel, Ärzte, Therapeuten, Krankenhäuser und Apotheken, aber auch Fitnessstudios, Vereine, Schulen, Betriebe und die Kommunen besser zu vernetzen, um effizienter zu arbeiten und die Struktur des Gesundheitswesens deutlich zu verbessern“, erklärt der gelernte Apotheker beim WR-Gespräch, dass er beim BKK-Vorstand Marco Althans und seinem Stellvertreter Harald Klement schnell den Weg zu einem entsprechenden Vertrag gefunden hat. Nach seinem Pharmaziestudium ist auch die Weltgesundheitsorganisation auf ihn aufmerksam geworden und nicht zuletzt nach seiner Zeit als Medizinsoziologe an der Universitätsklinik in Hamburg-Eppendorf genießt er seit Jahren einen guten Ruf als Gesundheitswissenschaftler.

„Der Vertrag mit der BKK ist unterzeichnet, wir gehen das Projekt der integrierten Versorgung an. Dahinter steht die sogenannte sektorenübergreifende Form im Gesundheitswesen, die die Menschen medizinisch und sozial zu Eigeninitiative animieren soll“, so Dr. Hildebrandt, der klar macht, dass für ihn die Prävention eine Herzensangelegenheit ist. „Entscheidend ist es, die Fähigkeiten der Menschen zu aktivieren, damit sie sich selbst vor Krankheiten schützen, die durch äußere Einflüsse entstehen.“ Dr. Helmut Hildebrandt mit einem beispielgebenden Argument: „Ein Krankenhaus, das Menschen gesund macht und mit guter Aufklärung auch gesund erhält, bekommt nicht mehr Geld als ein Krankenhaus, das die Patienten ohne Instruktionen entlässt und sie sechs Monate später schon wieder aufnehmen muss. Das ist doch falsch“, so Dr. Hildebrandt.

Er verspricht eine deutliche Verbesserung, wenn seine Vorgaben umgesetzt werden: „Garant dafür sind gute Verknüpfungen und vortreffliche Infos für die Patienten, die sich einerseits an dieser Gesundheitsreform beteiligen und andererseits die Gesundungsprozesse lernen sollen. Fakt ist, dass dann weniger Kosten für die Krankenkassen anfallen und somit die Beiträge für die Versicherten billiger werden“, sagt der Wissenschaftler, der mit seinen Ideen bereits im Jahr 2000 auf ein Echo der damaligen Gesundheitsministerin Andrea Fischer gestoßen ist und seit 2005 mit großem Erfolg sein Projekt im Kinzigtal praktiziert. Selbstbewusst geht der Wissenschaftler auf eine Studie ein, die ihn nach zwölf erfolgreichen Jahren aus dem Kinzigtal erreicht hat: „Danach werden die Menschen dort durchschnittlich 1,2 Jahre älter.“

Der Start mit der BKK ist im Werra-Meißner-Kreis vollzogen, aber natürlich sollen auch die anderen Kassen das Gesundheitsboot besteigen. „Und wir wollen uns auch auf andere Regionen ausdehnen“, denkt Dr. Hildebrandt an Berlin, Bremen, Bochum oder Wattenscheid, erste Kontakte seien geknüpft: „Unser primäres Ziel ist es, den Menschen ein erfülltes Leben bei bester Gesundheit zu ermöglichen.“

Zurück zum Mann aus der Region: „In Sontra habe ich erlebt, wie Apotheke geht, die Wurzeln meiner Großeltern liegen in Frankershausen, wo ich noch heute viele Verwandte habe. Auch in Datterode bin ich bestens bekannt. Mein Onkel Helmut Hildebrandt war Pfarrer im Kirchspiel Albungen und mit dem früheren Kreisbrandinspektor Helmut Gerlach habe ich eine enge Verbindung gepflegt“, gibt er zu verstehen, dass er selbst seit 30 Jahren verheiratet ist und mit seiner Ehefrau einen 27-jährigen Sohn und eine 25 Jahre junge Tochter hat.

Bleibt der Wunsch, dass Dr. Helmut Hildebrandt mit seinem Wissen viele weitere Projekte entwickelt: „Wir haben zwar in Deutschland das beste Gesundheitssystem auf der Welt, aber auch da bleibt noch reichlich Luft nach oben.“

Von Harald Triller

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