Alkohol- und Rauschgiftkonsum bewegten zwei Männer zu mehreren Straftaten

Gut drauf nach drei, vier Tüten

Eschwege. Zwölf Monate Haft zur Bewährung ausgesetzt plus 1500 Euro an die Suchtprävention für D. (27) aus Bad Sooden-Allendorf und 140 Tagessätze à 15 Euro für M. (30) aus Eschwege lautete das Strafmaß des Schöffengerichts am Amtsgericht Eschwege am Dienstag.

Damit wurde ein gemeinschaftlicher schwerer Diebstahl geahndet, bei dem die beiden Männer im April 2011 aus einem Geschäft im Alten Steinweg in Eschwege elektrische Unterhaltungsgeräte entwendet haben.

Mit einer Wasserrohrzange hatten sie sich gewaltsam Zugang verschafft. Nach ein paar Bierchen sei man auf „die doofe Idee gekommen“, in den Laden einzusteigen, „nach drei bis vier Tüten waren wir gut drauf“, schilderten sie, wie es zu dem Einbruch kam. Mit „Tüten“ ist Cannabis gemeint, das D. über Jahre jeden Abend konsumiert haben will.

Reichliche Alkoholzufuhr und Rauschgiftkonsum hätten aber lediglich zu einer „verminderten Steuerfähigkeit“ geführt, attestierte Gutachter Dr. Bollensen den Angeklagten, für Schuldaussschließung oder Strafminderung habe es nicht gereicht.

Die Verurteilung war bei beiden Männern mit jeweils einer weiteren Straftat verbunden. Von einer Feier in Obernjesa war M. ohne Fahrerlaubnis und alkoholisiert mit dem Auto des D. im Oktober 2011 nachts nach Bad Sooden-Allendorf gefahren, wo er von der Polizei kontrolliert worden ist. Diese Spritztour zu einer Freundin sei ebenfalls die Folge „einer glorreichen Idee“, sagte M.

Der von der Polizei informierte D. ließ sich daraufhin noch in der selben Nacht von einer Nachbarin nach Bad Sooden-Allendorf fahren, um angeblich am nächsten Morgen benötigte Arbeitswerkzeuge aus dem Fahrzeug zu holen. Das musste er mangels Schlüssel durch das eingeschlagene Heckfenster tun. Dabei ist ihm nach eigenem Bekunden die Zigarettenkippe ins Auto gefallen. Nach einer anderen Version hat er sie weggeschnippt, jedenfalls ist das Auto abgebrannt. Das wurde ihm als Brandstiftung zur Last gelegt. Zweimal schon war die Verhandlung vertagt worden. Ein Beweisantrag für einen weiteren Gutachter wurde abgelehnt, dieses Mal kam es zum Urteil.

Von Helmut Mayer

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