Mit Traktor nach Fulda

Drei Gründe, warum Landwirte vor Agrarministern demonstrieren

Werra-Meissner. Die Landwirte aus dem Werra-Meißner-Kreis wollen gegen die Politik auf die Barrikaden gehen.

Rund 60 Bauern aus dem Kreis fahren heute zur Bundesagrarministerkonferenz nach Fulda, um auf ihrer Meinung nach unhaltbare Zustände aufmerksam zu machen. Sie verfolgen mit ihrer Demonstration drei Ziele.

 1.Aussetzung des Russland-Embargos:

 Im Juli 2014 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland erlassen. Der Importstopp für Nahrungsmittel habe die deutsche Landwirtschaft erheblich belastet, heißt es von Seiten des Deutschen Bauernverbands (DBV). Die Agrarexporte von Deutschland nach Russland wurden nach Angaben des DBV von etwa 1,8 auf 0,9 Milliarden Euro halbiert. Bei Fleischwaren und Milchprodukten sei der Export faktisch auf Null zurückgegangen. „Milchbetriebe im Kreis haben mit einem Umsatzrückgang von 25 Prozent zu kämpfen“, sagt Torsten Möller, Vorsitzender des Kreisbauernverbands. In Europa existiere momentan eine Milch-Überproduktion, die ebenfalls den Preis drücke. Mit den gleichen Problemen hätten laut Möller auch Züchter von Ferkeln und Schlachtvieh zu kämpfen. Insgesamt rechnet der DBV mit wirtschaftlichen Einbußen von mindestens 600 bis 800 Millionen Euro in der deutschen Landwirtschaft. Die Landwirte fordern von der Politik eine Rücknahme des Embargos.

 

 2.Risikofinanzausgleich:

Die Umsätze der Landwirte sind jährlichen Schwankungen unterlegen, für die nach Angaben von Möller Faktoren von außen verantwortlich sind. Das Wetter wäre einer dieser Unwägsamkeiten. Die Landwirte fordern deshalb eine Steueranpassung. Jahre mit guten Gewinnen sollten mit Verlustjahren verrechnet werden.

 3.Kartellamt:

 Nach wie vor bereitet die Preispolitik der Discounter wie Aldi und Lidl den Landwirten Kopfzerbrechen. „Beide drücken bei Fleisch- und Milcherzeugnissen seit Jahren massiv die Preise“, sagt Möller. Zugeständnisse in der Preispolitik hält er für PR-Maßnahmen. „Bei den Erzeugern kommen fünf Cent mehr für den Liter Milch nicht an“, sagt Möller. Das Kartellamt soll hier einschreiten. Die Landwirte reisen mit einem Bus und zusätzlich mit zehn Traktoren nach Fulda, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Von Tobias Stück 

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