Literatur

Drei Jahre Vorarbeit - gebürtiger Eschweger veröffentlicht seinen ersten Thriller

Der gebürtige Eschweger und Thriller-Autor Oliver Kohl veröffentlicht sein erstes Buch.
+
Der gebürtige Eschweger und Thriller-Autor Oliver Kohl veröffentlicht sein erstes Buch.

Thriller-Debüt: Sein Protagonist ist kein Superheld, er muss die Extrameile gehen, sagt der gebürtige Eschweger Oliver Kohl über die Hauptfigur in seinem ersten Thriller

Eschwege – Dieser nächtliche Einsatz verändert für den Polizisten Jack Barnes alles: Mit seinem Partner und einem Sondereinsatzkommando verfolgt er bei Dunkelheit und Regen einen offenbar verrückten Axtmörder über enge Hinterhofstraßen. Sein Partner fällt dem brutalen Angreifer zum Opfer.

Den Polizisten wird klar, lebendig werden sie den Irren nicht erwischen, mit gemeinsamer Kraftanstrengung gelingt es ihnen schließlich, ihn zu stellen und zu töten. Doch das ist erst der Angang ihrer Spur, denn der Tote entpuppt sich als ein seit Jahren gesuchter Serienkiller.

Die Geschichte entstammt der Feder des gebürtigen Eschwegers Oliver Kohl. In seinem Thriller „Die Fauligen Felder“ gibt Kohl von Anfang an Vollgas. Auch das Coverbild deutet in die gleiche Richtung: Eine blutverschmierte Sichelklinge wird hochgereckt. Der Autor versetzt beinharte Thriller-Kost mit leichten Horrorelementen.

Kohl stammt aus Eschwege, ist hier aufgewachsen und hat mit seinen Freunden in der Schulzeit Video-Spielfilme gedreht. Schon damals hat er die Drehbücher geschrieben. „Seit 20 Jahren bin ich Hobby-Autor“, sagt er von sich. „Das Schreiben ist für mich eine Leidenschaft und eine Ablenkung vom Alltag.“ Seinen Alltag bestreitet er mittlerweile in Düsseldorf als Zahnarzt. Das Schreiben ist abends und am Wochenende dran.

Blutiges Titelbild

2007 hat er in an einem Drehbuchpreis in Kassel teilgenommen und den zweiten Platz belegt. Mit der Teilnahme an Schreibworkshops hat er sein Handwerk als Autor verfeinert. Jetzt legt er seinen Debüt-Roman vor, und der erscheint aufgrund seiner Komplexität gleich in zwei Teilen. Drei Jahre lang hat der Thriller-Fan an der Story getüftelt und diese aufgeschrieben.

In „Die fauligen Felder“ führt er seinen Protagonisten bei seinen Nachforschungen in ein regelrechtes Netzwerk von Serienkillern. Offenbar haben diese einen geheimen Schlupfwinkel, „Awful“ genannt, ein Labyrinth in dem die erfahrenen Verbrecher ihren Nachwuchs anlernen und ausbilden. Den Ermittlern bleibt nur eine Möglichkeit, um an das Netzwerk heranzukommen: Jack Barns muss die Identität des getöteten Mörders annehmen und sich in das menschenverachtende Killer-Netzwerk einschleusen lassen.

Zum Tüfteln an dem Buch gehörte auch die Recherche über die Ermittlungsarbeit des amerikanischen FBI. Ein Jahr dauerte noch einmal die Überarbeitung, bei der die Geschichte abgerundet und verfeinert wurde. Bei einem klassischen Verlag wollte Oliver Kohl allerdings nicht veröffentlichen. Lieber wollte er selbst die volle Kontrolle über sein Buch behalten, etwa das Titelbild bestimmen können.

Aber auch für Selfpublisher gibt es mittlerweile professionelle Unterstützung durch spezialisierte Plattformen im Internet. „Die Unterstützung durch die Plattform war eine gute Hilfe“, sagt der Autor. Die Plattformen helfen den Autoren mit Lektorat, Korrektorat, Buchsatz und Druck. Wie in einem Baukasten kann sich der Autor die Elemente auswählen, die er benötigt. Anschließend hilft die Plattform bei der Vermarktung, schreibt Pressemitteilungen und gibt dem Autor PR-Leitfäden an die Hand. „Ich würde es beim nächsten Buch wieder so machen“, sagt Kohl.

Bei seiner Ermittlerfigur in dem Roman ist es für Oliver Kohl wichtig, dass er sich mit ihr identifizieren kann. Die Figur hat schwere Zeiten durchgemacht, muss traumatische Erlebnisse verarbeiten, entwickelt sich nun aber weiter. „Ich möchte, dass mein Protagonist kein Superheld ist, sondern ein Mensch, der für seine Aufgabe seine Grenzen überwinden muss. Er muss die Extra-Meile gehen und aus seiner Komfortzone herauskommen.“

Oliver Kohl liest selbst gerne gut gemachte Psychothriller wie „Das Schweigen der Lämmer“ oder „Sieben“. Auch Autoren wie Ethan Cross oder Preston Child gehören zu seinen Vorbildern. „Natürlich kann man als Autor in einem Genre das Rad nicht neu erfinden“, sagt er. „Doch ich hoffe, dass mein Buch anders ist und sich abhebt. Ich vergleiche es mit guter Musik: Die Töne sind alle schon einmal gespielt worden, doch immer ein bisschen anders, und in einer bestimmten Kombination hören sie sich dann besonders gut an.“

Hinweis: Oliver Kohls Thriller „Die Fauligen Felder“ gibt es in den Buchhandlungen und unter tredition.de/buchshop.

Von Kristin Weber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare