Drei Paletten Terrine und „Dosenfutter“

Die Mädels leben von „Fünf-Minuten-Terrine“, aufgepimpt mit Knoblauch und Cayennepfeffer.

Ein Festival ist in der Tat nicht der Ort, an dem es um die gehobene Kunst des Kochens geht. Zwar rauchen inmitten beinahe jeder Campergemeinde die Grills und einiges darauf macht einen mehr als undefinierbaren Eindruck. Doch auch Feinschmecker lassen sich auf dem Platz finden. „Wir essen gern und essen gern gut“, sagen Felix und Filipp aus Bochum. Als Vorspeise gab's Fladenbrot mit Mozzarella und Tomate, den Hauptgang machen Ravioli mit Ricotta und Salbei und frisches Paprikagemüse. Dazu reichen sich die beiden gepflegt einen Weißwein. „Aber länger als zwei Tage halten wir nicht durch. Dann wird das Niveau in Richtung Dosenravioli deutlich sinken“ geben die beiden zu.

Auch die vier Berliner Robert, Claas, Mathias und Theresa grillen Halloumi- und Schafskäse, essen Antipasti und zählen feine kleine Würstchen zu ihren Vorräten. Zudem hat die Truppe die Aufgaben im temporären Haushalt aufgeteilt. Mathias ist der Lappenwart (zuständig für Lappen, Klopapier und Küchenrolle), Claas betreut als Master den Grill, Theresa ist entscheidend fürs gute Aussehen zuständig und Roberts Aufgabe ist das Aufräumen - sprich das ordentliche Stapeln leerer Bierdosen. „Wir sind ein Team“, stellt Claas fest.

Doch es finden sich auch deutlich effizientere, wenn auch ungesündere Methoden der Ernährung. Esther, Matthias, Vanessa und Anika aus Kassel haben sich mit drei Paletten der „Fünf-Minuten-Terrine“ eingedeckt und dabei einige Raffinesse entwickelt. „Aufgepimpt mit frischem Knoblauch, Zwiebeln und ganz viel Cayennepfeffer ist das total lecker“, empfiehlt Esther. Die ernährungstechnisch fragwürdige Fertigsuppenkost wird zum Frühstück ergänzt durch Toast mit Erdnussbutter. Ansonsten stehen eben „Dosenfutter“ und Chips auf der Speisekarte.

Bei Christoph aus Halle und seinen Freunden sind auf alle Fälle die morgendlichen Spiegeleier mit Speck gesetzt. „Mittags gibt*s dann was vom Grill und abends wird dann wieder gegrillt oder wir trinken nur Bier“, sagt er. Freundin Sabine hat fünf Kilo Äpfel im Gepäck und Rosenkohl aus dem Glas, weil sie „viel frisches Obst und Gemüse braucht“.

Deutlich spartanischer halten es Hannes und Tobi aus Witzenhausen und haben ihre Nahrungspalette komplett auf Dosenravioli und Chips reduziert, zuzüglich der Getränke.

Und manch einer rechnet die fürs Überleben notwendigen Kalorien ausschließlich in Flüssigkeit um. „Sieben Bier sind eine Broteinheit“, zitiert Ricardo seinen Opa, während er mit seinen Freunden gemütlich um zwei noch gut gefüllte Kästen Bier sitzt.

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