Geplante Salzabwasserleitung von K+S zur Nordsee

Drei Varianten für die Kali-Pipeline

Abwasserrohr: Der Kasseler Kali-Hersteller K+S will Salzabwasser in der Nordsee entsorgen. Die Rohrleitung von den Produktionsstätten in Nordhessen bis zur Jade würde 450 Kilometer quer durchs Land führen. Archivfoto: dpa

Kreis Kassel / Eschwege. m Februar hat der Kasseler Kali-Hersteller K+S seine Pläne für eine 450 Kilometer lange Abwasserleitung vom Werk Hattorf bei Philippsthal (Kreis Hersfeld-Rotenburg) zur Jade (Nordsee) beim Regierungspräsidium (RP) Kassel eingereicht. Sie soll die Verklappung der Salzabwässer in die Werra und die Verpressung in alte Bergwerke überflüssig machen.

Harald Kühlborn

Trassenvariante A durchschneidet die Kreise Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg. Die drei weiteren Trassenvorschläge für die Pipeline zur Nordsee – geschätzte Baukosten: 600 bis 800 Mio. Euro – führen durch den Kreis Kassel; davon verlaufen zwei Varianten (B und C) westlich von Kassel, eine östlich (D). Dort wären wie schon bei der bereits beschlossenen 380-kV-Hochspannungsleitung Wahle-Mecklar die Gemeinden Fuldabrück, Söhrewald, Lohfelden, Kaufungen und Niestetal betroffen.

 Die Bündelung unterschiedlicher Versorgungsleitungen in einem Korridor soll Eingriffe in anderen Bereichen gering halten. Wenn die westliche Route für die Salzwasserleitung zum Tragen käme, würde sie das Wolfhager Land durchschneiden – parallel zu einem Korridor, der für die neue Gleichstrom-Hochspannungsleitung Suedlink von der Nordsee nach Bayern im Gespräch ist. Die Abwasserpipeline würde über Gebiete von Baunatal, Schauenburg, Habichtswald, Zierenberg, Breuna, Calden und Liebenau führen. Die K+S-Abwasserleitung soll pro Jahr bis zu zehn Millionen Kubikmeter Salzwasser von den Kali-Bergwerken in Nordhessen ins Meer befördern.

 Dazu sollen kunststoffummantelte Stahlrohre einen Meter tief in der Erde verlegt werden. Im Regierungspräsidium (RP) Kassel bereitet man zurzeit das Raumordnungsverfahren für das Bundesland Hessen vor. Dazu gibt es am 25. März eine Antragskonferenz im RP, wo sich die betroffenen Kommunen und Ämter sowie die Naturschutzverbände zu dem Vorhaben äußern können. Bei der Kasseler Kreisverwaltung äußert man sich zurückhaltend zu der Abwasserleitung durchs Kreisgebiet.

„Aus unserer Sicht wäre es die beste Variante, durch alternative Techniken die Salzabwässer bereits am Entstehungsort zu reduzieren“, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage. Anders als K+S gehe man davon aus, dass dies auch möglich wäre. Wenn die Pipeline zur Nordsee trotzdem kommen sollte, werde man genau prüfen, „wo der Verlauf im Landkreis die geringsten Belastungen für Menschen und Umwelt bringt“. Absolut inakzeptabel für den Kreis Kassel sei jedoch eine als Alternative von K+S beantragte Abwasserleitung zur Oberweser mit einem vorgeschalteten künstlichen Abwassersee.

Detaillierte Informationen  und Planzeichnungen zu den vier Trassenvarianten der Nordsee-Pipeline sind auf der Homepage des Regierungspräsidiums auf www.rp-kassel.de (Raumordnungsverfahren K+S) zu finden.

Von Holger Schindler

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