Neun Landwirte im Kreis bauen Hanf an - aber Uso 31 dröhnt kein bisschen

Hanfanbau: Agrar-Ingenieur Tom Raasch begleitet den Hanfanbau von Landwirt Andreas Gleim. In der Nähe des Eschweger Stadtteils Niederdünzebach sät Gleim die Frucht in diesen Tagen aus. Im September wird geerntet. Neun Betriebe im Kreis beteiligen sich an dem Versuchsanbau. Aus Hanf werden beispielsweise Dämmmatten für den Hausbau oder Innenverkleidungen für die Autoindustrie hergestellt. Foto: Sagawe

Eschwege. Uso 31 heißt die Hanfzüchtung, die bestes Fasermaterial liefert, aber nicht den geringsten Teil des von Marihuana und Haschisch bekannten berauschenden Wirkstoffs THC enthält. Neun Landwirte aus dem Werra-Meißner-Kreis bauen Uso 31 auf insgesamt knapp 42 Hektar in diesem Jahr erstmals probeweise an.

Andreas Gleim und Max Ulrich Aschoff säen Uso 31 auf ihren Äckern bei Niederdünzebach und Wanfried aus. „Mit Weizen und vielen anderen Früchten können wir im Moment nicht genug Geld verdienen; Hanf könnte eine Alternative sein“, sagt Gleim. Und Aschoff ergänzt: „Wir probieren das, es ist ein Versuch.“ Hanf findet industriell verarbeitet vielfältige Verwendung: als Wärme- oder Trittschalldämmung beim Hausbau, in Textilien oder als Autoinnenverkleidung. Gegenüber anderem Dämmmaterial hat Hanf einen entscheidenden Vorteil. Die Matten sind resistent gegen Schädlingsbefall. Neben den Fasern werden auch die Hanfsamen verarbeitet: Aus ihnen wird Öl gepresst. Neben der Ertragschance hat die Frucht für die Landwirtschaft weitere entscheidende Vorteile: Er ist pflegeleicht und widerstandsfähig.

Die Anbauauflagen sind streng: Nur zertifiziertes Saatgut darf ausgebracht werden, vor der Ernte wird geprüft, dass die Pflanzen tatsächlich auch THC-frei sind. Das ist durchaus im Sinn der Landwirte. „Wir wollen ja schließlich auch noch etwas ernten“, sagt Gleim, der deswegen auch keinen Drogentourismus auf seinen Äckern befürchten muss. Uso 31 dröhnt nämlich garantiert kein bisschen.

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