Gute-Kita-Gesetze

Dutzende Erzieher gesucht: Kita-Träger signalisieren enormen Bedarf

ARCHIV - Kinderspielzeug hängt am 16.10.2013 in einer Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Hannover (Niedersachsen). (zu dpa "Studie: Eltern wünschen sich bundesweite Kita-Standards" vom 07.12.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Im Werra-Meißner-Kreis fehlen Erzieher.

Im Werra-Meißner-Kreis signalisieren die Kita-Träger enormen Bedarf an Erziehern. Grund dafür sind die Gute-Kita-Gesetze.

Auf die Träger von Kindertagesstätten im Werra-Meißner-Kreis rollt in diesem Jahr ein enormer Bedarf an ausgebildeten Erziehern zu. Grund ist das Gute-Kita-Gesetze.

Dafür stellt der Bund für die Verbesserung der Betreuungsqualität in Kindertagesstätten bis 2022 fünf Milliarden Euro bereit. 413 Millionen Euro bekommt das Land Hessen, das im November vorigen Jahres als letztes Bundesland den Vertrag mit dem Bund unterzeichnet hat. Damit startet das Gesetz in die Umsetzungsphase, das Geld fließt.

Werra-Meißner: Bis zu 70 Vollzeitstellen unbestezt

Allein die Awo, die im Kreis aktuell neun Kitas betreibt (zwei weitere kommen dieses Jahr dazu) beziffert ihren Fachkräftebedarf mit dem Start des neuen Kita-Jahres im August mit elf Vollzeitstellen. „Rechnet man das ungefähr auf die anderen Träger im Kreis wie Kirche und Kommunen um (es gibt um die 60 Kitas), kommt man auf einen Bedarf von 60 bis 70 Vollzeitstellen“, sagt Martin Weisbecker, Geschäftsführer der Awo im Kreis.

Auch Pfarrer Christoph Dühr, der im ehemaligen Kirchenkreis Eschwege sieben Kitas in Trägerschaft der Kirche koordiniert, sieht in dem Gesetz eine große personelle Herausforderung. „In der Umsetzung werden wir uns sehr strecken müssen. Wir werden die zweijährige Übergangszeit auch brauchen und sehen, was der Arbeitsmarkt hergibt“, sagt Dühr. Exakte Berechnungen habe er noch nicht gemacht.

Gute-Kita-Gesetz: jedes Bundesland kann selbst entscheiden

Beim Gute-Kita-Gesetz konnte jedes Bundesland selbst entscheiden, wie es die Qualität der Kinderbetreuung verbessert. Hessens Weg ist, die kalkulierte Stundenzahl für Urlaub, Krankheit und Fortbildung von derzeit 15 auf 22 Prozent zu erhöhen. Für Leitungsaufgaben schreibt Hessen einen Anteil von 20 Stunden pro Woche und Gruppe vor. Damit erhöht sich der Mindestpersonalbedarf in Kitas deutlich, für jedes einzelne Kind gibt es dadurch mehr Betreuung.

Hessen will Ausbildungsbedingungen für Erzieher verbessern

Zugleich will Hessen die Ausbildungsbedingungen für Erzieher verbessern und fördern, mit dualen Ausbildungsmöglichkeiten wie dem Pia-Programm. Ein Anteil der Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz werden für Beitragsfreiheit verwendet werden.

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