Anlaufstellen in Rathäusern

Versorger EAM hat jetzt 10.000 Stromkunden

Kassel. Der kommunale Versorger EAM hat innerhalb der vergangenen neun Monate 10.000 Strom- und Gaskunden gewonnen. EAM will seinen Vertrieb weiter ausbauen.

Die beiden Geschäftsführer der Vertriebssparte EAM Energie, Georg von Meibom und Stefan Welsch, äußerten sich im Gespräch mit der HNA sehr zufrieden: „Die ersten 10.000 Kunden haben wir zusammen, das ist eine ganz enorme Zahl“, sagte von Meibom. Schließlich sei man mit den Vertriebsaktivitäten im Juli 2014 „bei null gestartet“. Der Vertrieb sei „aber noch ein kleines Pflänzchen“, so von Meibom. Ab 2018 wolle man schwarze Zahlen schreiben. Sechs Servicebüros wurden inzwischen eröffnet, 50 Mitarbeiter sind damit befasst, Kunden zu gewinnen.

EAM verteilt als Netzbetreiber in Nord- und Mittelhessen, Südniedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Strom und Gas an 800.000 Haushalte. Die meisten davon sind jedoch noch Kunden der früheren Eon Mitte. Denn der Wechsel zum im Dezember 2013 wieder gegründeten Versorger EAM erfolgt nicht automatisch, sondern nur auf Antrag. „Die Menschen müssen selbst aktiv werden“, sagte von Meibom, die EAM erledige dann alles Weitere für den Wechsel.

Die Vertriebsaktivitäten sollen ausgebaut werden. Dazu werden in den Rathäusern der Kommunen, die Miteigentümer der EAM sind, Anlaufstellen eingerichtet. Hier sollen Kunden durch die Verwaltungsmitarbeiter beraten werden, auch EAM-Verträge können abgeschlossen werden.

Man sehe sich als kommunale Familie und setze auf Bürgernähe, sagte Welsch. Ziel sei, „dass die Menschen erkennen, dass EAM der Versorger der Bürger ist“, so von Meibom. Ende 2014 haben 109 Städte und Gemeinden 35,3 der EAM-Anteile übernommen, in diesem Jahr soll es eine weitere Beteiligungsrunde geben. Bis zu 49,9 Prozent der Anteile wolle man an die Kommunen abgeben.

EAM will Windkraft ausbauen: Investition von 200 Mio. Euro geplant - 90 neue Arbeitsplätze geschaffen

Der Versorger EAM hat jetzt 1250 Mitarbeiter - 900 davon arbeiten in der Netzgesellschaft, 170 in der Verwaltung, 180 im wachsenden Bereich erneuerbare Energien. Seit der Kommunalisierung seien 90 neue Mitarbeiter eingestellt worden, teilte EAM mit.

Das Netz sei in einem guten Zustand, sagte Geschäftsführer Georg von Meibom, es gebe keinen Investitionsstau. Trotzdem werde man in den kommenden Jahren einen dreistelligen Millionenbetrag in Unterhalt und Netzausbau stecken. So soll ein Windumspannwerk Drammetal / Kreis Göttingen errichtet werden. 40 Windparks im Netzgebiet müssten angeschlossen werden. Außerdem werde man das Netz „intelligent machen“. Schrittweise sollen digitale Zähler bei den Abnehmern installiert werden (Investition: 20 Mio. Euro in den nächsten fünf Jahren); möglich werde dadurch die Steuerung der Heizung und von Geräten per Smartphone. Allein im laufenden Jahr werde man 100 Millionen Euro investieren, sagte von Meibom.

Akzeptanz wichtig 

In den Netzausbau für Windkraft wird EAM in den nächsten zehn Jahren 200 Mio. Euro investieren. Darüberhinaus verfolge man Windkraft-Projekte im Reinhardswald (Kreis Kassel) und im Schwalm-Eder-Kreis („Die Gleiche“, Ottrau), im Lahn-Dill-Kreis liege bereits die Genehmigung für den Bau eines Windparks vor.

Diese Projekte würden mit kommunalen Partnern umgesetzt, EAM strebe nur eine Minderheitsbeteiligung an. „Beteiligung und Fairness sind entscheidend“, sagte von Meibom, die Akzeptanz der Bürger und Kommunen sei dabei sehr wichtig.

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