Migranten bei den ersten Schritten helfen

25 Ehrenamtliche engagieren sich im Kreis als Integrationslotsen

Werra-Meißner. Insgesamt 25 Integrationslotsen engagieren sich im Werra-Meißner-Kreis, um Menschen mit Migrationshintergrund im Alltag zu unterstützen, Hemmschwellen abzubauen und bürokratische Hürden zu meistern. Die hessische Landesregierung fördert dieses Ehrenamt seit 2006. Für ihre Arbeit erhalten die Lotsen fünf Euro Aufwandsentschädigung pro Stunde.

„In vielen Kommunen werden Integrationslotsen zunehmend als wichtiger Zugang gesehen, um beispielsweise Informationen über das Bildungs- oder das Gesundheitssystem besser kommunizieren zu können“, erklärt Markus Büttner. Er ist Pressesprecher des hessischen Ministeriums für Soziales und Integration. Im Jahr 2015 sei der Arbeitseinsatz von 711 Integrationslotsen mit rund 542 000 Euro gefördert worden.

„Das Lotsen-Projekt ist der erste Baustein für den Integrationsprozess“, sagt Ramiz Arifi. Der 44-Jährige ist 1993 aus dem Kosovo geflüchtet und lebt seitdem in Eschwege. Arifi koordiniert seit 2011 die Helfer im Werra-Meißner-Kreis. Alle 25 Integrationslotsen haben einen Migrationshintergrund. Sie stammen beispielsweise aus der Ukraine, Russland, dem Libanon oder Usbekistan. „Das Übersetzen ist die Hauptaufgabe der Lotsen“, erklärt Arifi. Zudem gehöre das Begleiten zu Ämtern und Behörden zu ihren Aufgaben. Auch bei Elterngesprächen in Kindertagesstätten und Schulen sind die Ehrenamtlichen dabei.

Für das Jahr 2016 ist der Einsatz von zehn weiteren Integrationslotsen im Kreis geplant. „Wir haben beim Ministerium für Soziales und Integration für die Qualifizierung von neuen Lotsen und ihren Einsatz eine Förderung in Höhe von 35 000 Euro beantragt“, sagt Arifi. Finanzielle Unterstützung erhält das Projekt von zahlreichen Stiftungen, die sich unter anderem an Fahrtkosten beteiligen.

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