Mit Liebe und Dankbarkeit

Ehrenamtliche Seniorenbegleiter sind gern im Einsatz für ihre Mitmenschen

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Dankbar für die ihm geschenkte Zeit: Dr. Werner Wößner mit der ehrenamtlichen Seniorenbegleiterin Ingeborg Zwilling, die seit 2004 ältern Menschen ein offenes Ohr schenkt.

Ein jeder wünscht sich, im Alter nicht allein zu sein. Umso schöner ist es, wenn es Menschen gibt, die einem ein offenes Ohr schenken. Das und vieles mehr tun die ehrenamtlichen Mitarbeiter der freiwilligen Seniorenbegleitung des Werra-Meißner-Kreises.

„Alle Mitarbeiter sagen, es ist ein sehr schönes Ehrenamt, denn ältere Menschen haben viel zu berichten – und aus vielen Erfahrungen kann man Erkenntnisse schöpfen“, sagt Siegrid Bommhardt, die für die Seniorenbegleitung in der Familienbildungsstätte tätig ist.

Zeit sinnvoll verbringen 

Ingeborg Zwilling ist seit 2004 als ehrenamtliche Seniorenbegleiterin tätig. „Ich möchte meine Zeit einfach sinnvoll verbringen, und hier merke ich: „Man bekommt so viel Liebe und Dankbarkeit zurück. Ich gehe jedes Mal mit einem sehr guten Gefühl nach Hause“, sagt Ingeborg Zwilling. Sie besucht unter anderem Werner Wößner im Eschweger Seniorenheim am Brückentor. „Das allerwichtigste ist, dass man Ansprache findet und nicht im Nichts versinkt“, sagt Wößner. Er habe zwei Kinder und sechs Enkel, die aber alle weiter weg wohnen und ihn dadurch nur jede zweite Woche besuchen können. Deshalb freue er sich über den Austausch mit Ingeborg Zwilling.

Vertrauensverhältnis mit der Familie der Senioren

„Wir haben auch immer ein Vertrauensverhältnis mit der Familie der Senioren“, sagt Ingeborg Zwilling. Die Familien seien entlastet dadurch, dass sie eine Ansprechperson vor Ort haben. „So können wir der Familie immer eine Rückmeldung geben, ob wirklich alles in Ordnung ist, oder wir geben Tipps, was die Senioren eventuell noch gebrauchen könnten“, sagt sie. Unter den Ehrenamtlichen findet außerdem ein regelmäßiger Austausch statt. Das sei, besonders wenn einer der Senioren stirbt, eine große Hilfe. „Wenn jemand stirbt, ist das auch für den Begleiter nicht leicht. Denn im Laufe der Jahre ist man kein Fremder mehr“, sagt Ingeborg Zwilling.

Begleitung im Alltag 

Die qualifizierten Ehrenamtlichen begleiten alte Menschen in ihrem Alltag. Bei gemeinsamen Unternehmungen, Arztbesuchen, bei Behördengängen; sie lesen ihnen etwas vor oder hören einfach nur zu. In der Regel einmal pro Woche für ein bis zwei Stunden. „Bei Senioren, die nur noch sehr schlecht sehen können, habe ich mit deren Einverständnis schon die Post vorgelesen“, sagt Ingeborg Zwilling. Die Ehrenamtlichen sind über das Land Hessen versichert und unterliegen der Schweigepflicht. Neben den Seniorenbegleitern gibt es noch die Demenzbegleitung, die Bewegungspaten und die Pflegebotschafter.

In Eschwege sind aktuell 46 Seniorenbegleiter und Demenzbegleiter in 66 Einsatzstellen aktiv im Einsatz. Sie betreuen in der Einzel- als auch in der Gruppenbetreuung und unterstützen so über 150 Senioren. In Witzenhausen sind es fünfzehn Seniorenbegleiter.

Termine 

Termine: Am Mittwoch, 25. März, ab 17 Uhr gibt es einen Informationsabend bei der Volkshochschule in Witzenhausen und am Dienstag, 31. März, ab 17 Uhr einen bei der Familienbildungsstätte in Eschwege.

Der neue Kursbeginn für die Fortbildungen ist am Mittwoch, 22. April, ab 17 Uhr in den Räumen der Volkshochschule Witzenhausen.

VON JOSEPHINE RUHLANDT

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