MOBILITÄT

Ehrenamtliche im Werra-Meißner-Kreis helfen, damit Senioren länger zu Hause leben können

Allein im Werra-Meißner-Kreis sind laut einer Statistik vom Kreis ein Viertel der Einwohner älter als 65 Jahre (Stand Dezember 2019)
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Allein im Werra-Meißner-Kreis sind laut einer Statistik vom Kreis ein Viertel der Einwohner älter als 65 Jahre (Stand Dezember 2019)

Senioren können durch ehrenamtliche Angebote wie den Bürgerbus und Vereine wie die Nachbarschaftshilfe in Eschwege länger zu Hause wohnen bleiben. Das zeigt die Praxis im Werra-Meißner-Kreis.

Werra-Meißner – Das bestätigen Kathrin Beyer von der Freiwilligenagentur Omnibus von der evangelische Familienbildungsstätte Werra-Meißner und Irmtraud Goethe von der Nachbarschaftshilfe Eschwege. Dennoch könnten die Angebote besser genutzt werden.

Eine besondere Rolle spielt die Mobilität. Statt ins Pflegeheim umziehen zu müssen, weil Autofahren im Alter schwerer wird, aber auf dem Land für die Selbstversorgung unabdingbar ist, können Senioren mobil bleiben: Durch Vereine wie die Nachbarschaftshilfe Eschwege, Patenprojekte und den Bürgerbus, ein vom Land Hessen gefördertes Programm, zählt Beyer auf. Damit biete Ehrenamt, bei einer immer älter werdenden Gesellschaft, die Chance, sich im ländlichen Bereich weiterhin selbst zu versorgen. Allein im Werra-Meißner-Kreis sind laut einer Statistik vom Kreis ein Viertel der Einwohner älter als 65 Jahre (Stand Dezember 2019).

Zwar gibt es den öffentlichen Nahverkehr, doch nicht immer ist im Ort eine Bushaltestelle vorhanden. Teils reicht auch die körperliche Fitness nicht mehr aus, um angstfrei in den Bus zu steigen. Die ehrenamtlichen Angebote im Kreis versuchen, das abzufangen. Die Erfahrung zeige jedoch auch, dass die Angebote nicht immer gut genutzt würden. Der Stolz, alles alleine bewältigen zu wollen, sei ein Grund, sich vor Hilfsangeboten zu verschließen, sagt Irmtraud Goethe von der Nachbarschaftshilfe. Ein anderer Grund sei, dass sich die Senioren einem anderen Menschen, den sie vielleicht gar nicht oder nicht gut kennen, anvertrauen müssen.

„Dabei sorgen zum Beispiel Bürgerbusse für Unabhängigkeit und Eigenständigkeit“, sagt Beyer. In einer organisierten Struktur böten sie nicht nur die Chance, unterwegs zu sein, sondern könnten auch Gemeinschaft schaffen, so die Beobachtung in Sontra. „Der Bürgerbus verbindet Menschen und stärkt den Zusammenhalt“, sagt Sontras Stadtmanager Alexander Dupont. Wie wichtig Mobilität ist, zeigt auch die Erfahrung von Irmtraud Goethe. „Das Fahren wird am meisten in Anspruch genommen.“ (Hanna Maiterth)

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