5000 Jahre alt

Eichenstamm aus dem Werratalsee abtransportiert, um ihn vor dem Zerbröseln zu schützen

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Besuchermagnet: Als bekannt wurde, dass die Eiche, die aus dem Werratalsee geborgen wurde, rund 5000 Jahre alt ist, setzte ein großer Besucherstrom ein.

Der 5000 Jahre alte Baumstamm, der im Winter aus dem Werratalsee geborgen wurde, wurde zur Aufbereitung gebracht. Der Baum soll getrocknet, aufgearbeitet und ausgestellt  werden.

Das bestätigt die Stadt Eschwege auf Anfrage unserer Zeitung. Der Baum soll zunächst getrocknet, dann aufgearbeitet und dann in Teilen ausgestellt werden.

Dazu werden jetzt die Vorbereitungen getroffen.

Verein kümmert sich um Konservierung und Aufarbeitung der Eiche aus dem Werratalsee

Die Stadt hat einem Verein, der nicht näher genannt werden möchte, die Aufgabe übertragen. Nachdem bekannt wurde, dass der bei Aufräumarbeiten für das neue Natur-Freibad im November vom Technischen Hilfswerk (THW) aus dem Werratalsee geborgene Baumstamm rund 5000 Jahre alt sein muss, sei ein regelrechter Hype um das Holz entstanden. Die Eiche zog wahre Besucherströme an den Werratalsee. Im Tiefbauamt der Stadt Eschwege standen die Telefone nicht mehr still. „Jeder wollte ein Stück von dem Baum abhaben“, berichtet Fachbereichsleiter Markus Mengel.

Eiche aus dem Werratalsee stammt aus der Zeit der Pyramiden

Bei dem Baum handelt es sich um eine Eiche, die fast 400 Jahre alt wurde. Sie stand vor 5000 Jahren im Werratal, genau von 3206 bis 2814 vor Christus – also zu einer Zeit, als die Pyramiden in Ägypten noch nicht erbaut waren. Diese genauen Aussagen stammen aus Erkenntnissen von einem Experten am Curt-Engelhorn-Zentrum für Archäometrie in Mannheim, dem der Historiker Dr. Karl Kollmann eine Probe eingeschickt hatte. Kollmann vermutet auch, dass sich der Standort nicht weit vom Fundort befunden hat, weil das Kronenholz noch so intakt war. 

Mit schwerem Gerät: THW und DLRG hatten den in zwei Teile zerbrochenen Baum im November geborgen. 

Eiche aus dem Werratalsee: 40 Festmeter, 20 Tonnen

Das Volumen des Baumes wurde vom THW auf rund 40 Festmeter geschätzt, das Gewicht auf etwa 20 Tonnen. Bürgermeister Alexander Heppe hatte nach Bekanntwerden des Alters des Baumes verkündet, das Holz auf jeden Fall zu erhalten. Und das geschieht jetzt.

Trocknung der Eiche aus dem Werratalsee erfordert besondere Technik

Der Konservierungsprozess ist allerdings schwierig. Allein die Trocknung des Baumes, der mehrere Tausend Jahre unter der Erde oder im Wasser gelegen hat, dauert eineinhalb Jahre. „Die Trocknung erfordert eine besondere Technik, damit das Holz nicht zerbröselt“, sagt Mengel. Wenn die Aufarbeitung abgeschlossen ist, bekommt die Stadt einen Teil zurück, den sie im Stadtgebiet ausstellen wird. Ob das direkt am Werratalsee oder an einer anderen Stelle passieren wird, steht indes noch nicht fest. „Das Fundstück bleibt auf jeden Fall für die Nachwelt erhalten“, sagt Heppe. 

THW holt den 5000 Jahre alten Baum aud dem Wasser, Schaulustige pilgern zur Fundstelle

Den Rest des Holzes bekommt der Verein für seine Arbeit. Schon bevor der beschriebene Hype eingesetzt hatte, hatte sich der Verein um das Holz bemüht. „Hier wissen wir den Stamm in guten Händen und haben die Gewissheit, dass das Holz nicht irgendwo als Briefbeschwerer endet“, sagt Mengel. Am Südufer des Werratalsees befindet sich weiteres Holz auf dem Grund. Für den Bau des Natur-Freibads soll das Material geborgen werden. Wie alt dieses Holz ist, weiß man noch nicht.

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