Eier-Skandal: Regionale Erzeuger profitieren

Werra-Meißner. Deutlich mehr mit dem Insektizid Fipronil belastete Eier als vorerst vermutet seien laut des niedersächsischen Landwirtschaftsministers aus den Niederlanden nach Deutschland gelangt. Auch in Hessen wurde das Insektengift jetzt sichergestellt. Besonders regionale Erzeuger profitieren jetzt von dem Skandal.

Sie werden derweil nahezu von den Verbrauchern überrannt. Knapp 200 landwirtschaftliche Betriebe halten Legehennen, deren Eier fast nur regional vermarktet werden.

Jetzt gab das hessische Verbraucherschutzministerium in Wiesbaden bekannt, dass Fipronil bei der Untersuchung von Eiern aus dem Lebensmittel-Einzelhandel in einer von 20 Proben nachgewiesen wurde. Obwohl das Regierungspräsidium Darmstadt und die Lebensmittelüberwachung in den jeweiligen Landkreisen möglich belastete Eier aus dem Verkehr nehmen ließ, rät das Verbraucherministerium weiterhin zur Vorsicht beim Kauf und Verzehr des tierischen Produktes, um jedes gesundheitliche Risiko zu vermeiden. „Die Kunden sind verunsichert und hinterfragen nun genauer, wie wir unsere Ställe säubern“, sagt Landwirt Jonas Dorn aus Witzenhausen.

Während große Lebensmittelmärkte mit Umsatzeinbußen rechnen müssen, läuft es bei den regionalen Erzeugern zurzeit richtig gut. Auf dem Eschweger Wochenmarkt müssen Käufer schnell sein, um noch einen Karton Eier zu ergattern. Am Stand der Gärtnerei Montag aus Altenburschla berichtet Inhaberin Kerstin Dehning-Perc von erhöhten Nachfrage nach Bio-Eiern in den vergangenen Wochen. „Leider wird vielen Verbrauchern erst jetzt bewusst, dass bei Eiern nicht der Preis, sondern eher die Herkunft und die Haltung der Hühner entscheidend ist“, berichtet die Landwirtin. „Hochwertig und regional erzeugte Eier sind die passende Antwort auf den Eierskandal“, sagt Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann. 

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