Eigene DNA entschlüsselt

Schüler des Oberstufengymnasiums Eschwege lernen molekularbiologische Praxis kennen

Haben Spaß an „Science Bridge“: Johanna und Leonie (von links) untersuchen die Proben genau.

Eschwege. Die Praxis der Molekularbiologie konnten die Schüler des 12. Jahrgangs des Oberstufengymnasiums kennenlernen. Möglich gemacht haben das Studenten der Universität Kassel.

Was normalerweise nur in Laboren möglich ist, konnten die Schüler der Biologie-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 12 in den vergangenen zwei Tagen am Oberstufengymnasium selbst ausprobieren. Einmal im Jahr ermöglicht der Förderverein des Oberstufengymnasiums die Teilnahme am Projekt „Science Bridge“ der Universität Kassel.

Dazu kommen Biologiestudenten in die Schule und bringen Geräte mit, die eigentlich nur an der Universität oder in Laboren zur Verfügung stehen. Das Projekt bietet den Schülern die Möglichkeit, die Praxis der Molekularbiologie kennenzulernen. „Das ist uns besonders wichtig“, erklärt Lehrer Daniel Gottsleben, der mit seinen Kollegen Jana Stützer und Bernd Schmitt die Leistungskurse unterrichtet. „Es gibt den Schülern einen kleinen Einblick in die Berufsrealität.“

Der genetische Fingerabdruck wird untersucht, wie die meisten es aus Kriminalserien kennen. Das Verfahren wird unter anderem in der Strafverfolgung, zum Nachweis von Krankheitserregern und als Vaterschaftstest genutzt. Als ersten Schritt isolieren die Schüler sich aus der eigenen Mundschleimhaut Zellen. Durch das Knacken des Zellkerns wird danach die DNA gewonnen. Um den Versuch nicht zu schwierig und aufwendig zu gestalten, wird anschließend nur ein Genort auf dem ersten Chromosomenpaar untersucht. Diese Ziel-DNA wird mittels des Thermo-Cyclers vervielfältigt und zerlegt, sodass sie im nächsten Schritt sichtbar gemacht werden kann. Bei der Arbeit ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn es geht um sehr kleine Einheiten. Die Schüler haben Spaß an der Praxis der Biologie. „Es ist interessant zu sehen, wie das gemacht wird“, freuen sich die Schülerinnen Leonie und Johanna.

Von Selina Kaiser

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare