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Eigenes Gemüsebeet zur Miete: In Niederhone entsteht zurzeit ein Feldgarten

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Von: Tobias Stück

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Es kann losgehen: (von links) Armin Schmidt, Ann-Kathrin Schmidt und Uwe Gondermann sind bereit für die erste Saison des Mietbeets (im Hintergrund).
Es kann losgehen: (von links) Armin Schmidt, Ann-Kathrin Schmidt und Uwe Gondermann sind bereit für die erste Saison des Mietbeets (im Hintergrund). © Tobias Stück

Täglich frisches Gemüse ohne eigenen Garten ernten? Das wird ab dem Frühjahr in Niederhone möglich sein. Die Landwirtsfamilie Schmidt wird am Bückeberg ein Feld zur Verfügung stellen.

Niederhone – Auf dem Feld kann man Parzellen pachten, um dort Obst und Gemüse anzubauen – das Wissen und die Erfahrung der Landwirte ist inklusive.

Die Zielgruppe

Das Angebot richtet sich an Menschen, die selbst Gärtnern, sich selbst versorgen möchten und wissen wollen, wo ihr Gemüse herkommt. Gleichzeitig sei der Saisongarten eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Ein bis zwei Stunden Zeit müsse man pro Woche investieren. Das grundsätzliche Gießen und die körperlich anstrengende Bodenbearbeitung übernehmen die Landwirte. Arbeit macht die eigene Parzelle etwa von Mai bis November. In einer „Ackersprechstunde“ ist Familie Schmidt als Ratgeber regelmäßig am Feld für die Pächter da.

Die Absicht

Die Idee des Feldgartens hatte Ann-Kathrin Schmidt. Bei der „Gemüse-Selbst-Ernte“ entstehe eine viel größere Wertschätzung für Lebensmittel, weil eigene Energie und Fürsorge für die Pflanzen eingesetzt wurden. „Am Morgen noch in der Erde, mittags bereits im Topf.“ Das sei gesundheitlich von großem Vorteil. „Eine bessere Qualität bekommt man nirgends“, sagt Ann-Kathrin Schmidt. Vitaminverluste könnten so vermieden werden. „Außerdem spart man lange Transportwege und Plastikverpackungen.“

Die Vorarbeit

Unterstützt wird die Initiatorin von ihrem Vater. Der betreibt unter dem Niederhoner Bückeberg eine Landwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Pflanzenproduktion. Es werden Weizen, Gerste, Raps und Zuckerrüben angebaut. Das Grünland wird zur Gewinnung von Heu und Grassilage genutzt, was unter anderem der eigenen kleinen Mutterkuh-Herde zugutekommt. Das Limousin-Rindfleisch wird in Mischpaketen direkt vermarktet. Direkt gegenüber des Hofes hat der Vater der Tochter jetzt ein 2500 Quadratmeter großes Stück Land für den Feldgarten zur Verfügung gestellt.

Der Standort

Die Fläche liegt am Ortsrand, eingebettet zwischen Häusern und Wildhecke. „Man ist hier nicht allein auf weiter Flur, sondern in direkter Hofnähe“, sagt Ann- Kathrin Schmidt. Die Vorarbeiten übernehmen Vater und Tochter. Schon im vergangenen Sommer wurde das Feld vorbereitet: Grünzeug wurde in den Boden eingeackert, in den nächsten Wochen wird Armin Schmidt das Saatbett vorbereiten. Dann werden verschiedene Gemüsearten in Reihen ausgesät. Inzwischen zieht Ann-Kathrin Schmidt die Jungpflanzen heran. Im Frühling werden die Parzellen an die Pächter übergeben.

Die Gemüsesorten

25 Kulturen werden den Pächtern angeboten. Es gibt Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinaken und Radieschen, Blattgemüse wie Spinat und Salat, Fruchtgemüse wie Zucchini, Paprika und Kürbis, Kohl, Lauch, Zwiebeln sowie Erbsen und Bohnen. Angebaut wird eine Mischkultur. Die Kulturpflanzen werden so angelegt, dass sie sich gegenseitig günstig beeinflussen“, sagt Ann-Kathrin Schmidt.

Kapuzinerkresse hält Läuse fern, Tagetes schreckt Schnecken ab und Erbsen und Bohnen sammeln Stickstoff aus der Luft. In einer Gemeinschaftsecke werden Kräuter und Beeren angelegt. Auf Flächen, die nicht verpachtet werden, werden Blühflächen angelegt, um die Biodiversität zu erhöhen.

Die Kosten

Die Parzellen gibt es in zwei Größen: 20 Quadratmeter genügen zum Anbau von Gemüse für ein bis zwei Personen, auf 40 Quadratmeter erntet man für zwei bis vier Personen. Die kleine Fläche kostet 90 Euro pro Jahr, die größere 160 Euro. Die Flächen sind jederzeit zugänglich. Gartengeräte und Gießwasser stellt die Landwirtsfamilie.

Der Arbeitsaufwand

Außer der Pflege, die ein bis zwei Stunden pro Woche in Anspruch nimmt, und der Ernte, die teilweise schon im Mai beginnen kann, hat der Pächter keine Verpflichtungen.

Weil keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden, muss Unkraut gejätet werden. Auch Gemeinschaften aus Freunden oder Nachbarn könnten sich für die Pflege und Ernte einer Parzelle zusammen finden und sich so die Arbeit teilen. Im Sommer könnte sich Ann-Kathrin Schmidt eine Gartenparty mit eigenem Gemüse vorstellen, im Herbst ein Erntedankfest.

Vorarbeit: Bis zum Herbst grünte eine Zwischenfrucht auf dem Feldgarten.
Vorarbeit: Bis zum Herbst grünte eine Zwischenfrucht auf dem Feldgarten. © Armin Schmidt

Der Kontakt

Bislang haben sich 13 Familien aus Niederhone und Eschwege für das Projekt angemeldet. „Wenn ein Drittel der Flächen im ersten Jahr verpachtet wären, wäre das ein guter Anfang“, sagt Ann-Kathrin Schmidt. In diesen Wochen wird entschieden, was in der eigenen Parzelle wachsen kann. Um die Gartensaison planen zu können, sollten sich weitere Interessierte bis Anfang Februar gemeldet haben.

Kontakt: Ann-Kathrin Schmidt, Telefon 0160/95 05 89 93 oder hof-morgensonne@web.de. (Tobias Stück)

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