VR-Bank und Sparkasse Werra-Meißner folgen nicht Hersfelder Beispiel

Eigenes Immobiliengeschäft ist zurzeit keine Option

Eschwege. Für die beiden größten Banken im Werra-Meißner-Kreis, Sparkasse und VR-Bank, kommt die Option, mit Immobilien Mieteinnahmen zu generieren, um Einnahmen aus dem Niedrigzinsniveau auszugleichen, momentan nicht in Frage.

Das erklärten sowohl Frank Nickel (Sparkasse) als auch Uwe Linnenkohl (VR-Bank) auf Anfrage unserer Zeitung. Diesen Weg schlägt der Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg jetzt ein (wir berichteten).

VR-Bank

„Das Thema ist interessant und eine Überlegung wert, wir bleiben aber bei unserem Kerngeschäft und das sind die Bankgeschäfte“, sagt Uwe Linnenkohl. Im Einzelfall sei man offen für solche Projekte. 

Uwe Linnenkohl

Allerdings würde es als Genossenschaftsbank dafür auch einer Satzungsänderung bedürfen. „Die Kollegen im Kreis Hersfeld-Rotenburg haben hier schon einen deutlichen Vorsprung“, sagt Linnenkohl. Beispielsweise würde hier bereits eine eigene Hausverwaltung arbeiten.

Im Eigenbestand der VR-Bank befinden sich zwar schon zahlreiche Immobilien, aus denen die Bank auch eigene Mieteinkünfte erzielt. „Das sind aber nur ergänzende Einnahmen und keine strategische Ausrichtung für die Zukunft“, sagt Linnenkohl. Dazu werde eher das Kerngeschäft modifiziert.

Sparkasse

Mit den eigenen Vermögensanlagen von rund 700 Millionen Euro betreibt die Sparkasse unter anderem bereits Immobiliengeschäfte. Das Vermögen des Kreditinstituts wird auf unterschiedliche Anlagen verteilt. „Dabei treten wir jedoch nicht als Eigentümer Investor oder Bauherr auf, sondern erwerben diese Immobilien überwiegend im Rahmen von Fondkonstruktionen“, sagt Frank Nickel. 

Frank Nickel

„Wir machen mit dem Vermögen der Sparkasse das, was wir auch unseren Kunden zur Anlage ihres Vermögens empfehlen.“ Mit diesem Vorgehen erreiche an eine relativ risikoarme Anlage im Immobilienvermögen.

Bankverein Hersfeld-Rotenburg setzt auf Mieteinnahmen

Große Pläne hat der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg, der auch eine Filiale in Sontra betreibt, mitten in Bebra. Schon im Frühjahr sollen die Bauarbeiten für ein Wohn- und Geschäftsgebäude gegenüber dem Einkaufzentrum „das be!“ beginnen. Die Bank will hier unter anderem Mietwohnungen errichten.

Infolge der dauerhaften Niedrigzinsphase müsse die Genossenschaftsbank ihre Geldanlagepolitik verändern, erläuterte Thomas Balk vom VR-Bankverein-Vorstand. Mit der Idee, in den Vermietungssektor einzusteigen, habe man bei Anlegern offene Türen eingerannt. Der Mietobjektbau komme bei den Kunden sehr gut an, sagte Balk. Statt Zinserträgen generiere man Mieterträge und unterstütze gleichzeitig die Stadtentwicklung - nicht nur in Bebra, sondern mit 25 Projekten in der Region und einer Gesamtinvestition von 30 Millionen Euro.

Mit dem Bau von Mietwohnungen und Gewerbefläche nicht nur in Bebra, sondern mit 20 Projekten im gesamten Kreis und weiteren fünf in der Region erschließe sich ein neues Geschäftsfeld für den VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg, sagt Balk Der Bankverein baut mit einem Generalübernehmer zum Festpreis. Um die Vermietung kümmert sich dann die Tochter VR-Bankverein Immobilien Service GmbH. Sie vermietet und verwaltet schon jetzt rund 1900 Wohnungen. (ank)

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare