Ärger um Südlink-Prüfung: Grundstückseigentümer können den Zutritt verweigern

Für das Betreten von Grundstücken zur faunistischen Kartierung gibt es nach Ansicht der Initiative „Werra-Meißner gegen Südlink zum jetzigen Zeitpunkt keine Berechtigung.

Um die 1400 Grundstückseigentümer zwischen Witzenhausen und Herleshausen bekommen derzeit Post der Firma Eqos-Energie. Darin kündigt das Unternehmen eine faunistische Kartierung an. Die Betroffenen haben Liegenschaften innerhalb des 1000-Meter-Korridores der bislang favorisierten Starkstrom-Trasse Südlink. Es gibt Stimmen, die ein Betreten der Grundstücke als unzulässig bezeichnen.

Durch die Kartierungen sollen innerhalb des sogenannten Vorschlagskorridores gezielt die Lebensräume verschiedener Tierarten untersucht werden, „um sie bei der Planung des Trassenverlaufes zu berücksichtigen“, heißt es in dem Schreiben. Das Unternehmen Eqos arbeitet im Auftrag von den Südlink-Vorhabenträgern Transnet BW und Tennet. In einigen Gemeindeverwaltungen, unter anderem auch in Ringgau, laufen die Empfänger der Eqos-Post bereits Sturm. Ringgaus Bürgermeister Mario Hartmann weist darauf hin, dass bisher keiner verpflichtet ist, die Kartierung auf seinen Grundstücken zuzulassen. „Das greift erst, wenn die endgültige Trasse wirklich feststeht.“ Die Entscheidung hat die Bundesnetzagentur für den bevorstehenden Jahreswechsel angekündigt.

Auch die Initiative „Werra-Meißner gegen Südlink“ rät zum Widerspruch gegen das Schreiben. „Für das Betreten unserer Grundstücke gibt es keine Berechtigung, dies ist Hausfriedensbruch. Es ist lediglich erlaubt über Äcker zu spazieren, aber nicht Vermessungen vorzunehmen oder auch sensible Tiere durch Geruchsstoffe oder Ähnliches zu vertreiben“, ist auf der Homepage der Initiative zu lesen. Ein Muster für einen schriftlichen Widerspruch stellt die Initiative ebenfalls zur Verfügung.

Transnet BW bezieht sich auf Paragraf 44 des Energiewirtschaftsgesetz. „Für notwendige Planungsarbeiten wie Baugrunduntersuchung oder auch faunistische Kartierungen dürfen wir diese Daten erheben“, so Tim Sommer von Transnet BW. Und gerade eine faunistische Kartierung müsse über einen gesamten Jahreszyklus erfolgen. Die Kartierungsarbeiten sollen zu Beginn des neuen Jahres starten.werra-meissner- gegen-suedlink.de

Rubriklistenbild: © Juli an Stratenschulte/dpa

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