Ein Drittel der Autos im Kreis läuft mit Diesel - für 85 Prozent gäbe es keine Innenstadt-Plakette

Werra-Meißner. In Ballungsgebieten drohen Fahrverbote, plötzlich sollen dreckigere Dieselfahrzeuge mithilfe einer Abschaffungsprämie von der Straße. Die Autoindustrie schafft sich selbst Nachfrage nach Neufahrzeugen durch Lockangebote. Kann das ein lukratives Geschäft sein?

Im Werra-Meißner-Kreis werden aktuell von den rund 79.000 motorbetriebenen Fahrzeugen 0 vom Kraftrad bis zum Lastwagen – 38 Prozent von einem Diesel-Aggregat angetrieben. Bei den Personenwagen (61 000 waren es Ende 2016) liegt der Anteil bei 32 Prozent.

Die Statistik des Kraftfahrt-Bundesamtes weist für den Werra-Meißner-Kreis bei den Personenkraftwagen knapp 20.000 Dieselautos aus, von denen über 17.000 (gut 85 Prozent) nicht sauber genug wären, um eine blaue, innenstadttaugliche Plakette zu erhalten, die den Weg auch weiterhin in alle Innenstädte zuließe. Diese Zahl von Dieselfahrzeugen werden also den Diesel-Motoren der Schadstoffklassen 1 bis 5 zugerechnet.

Eine Prämie für den Umstieg von alten, schmutzigen Diesel-Autos auf deutlich sauberere Euro-6-Fahrzeuge würde vor allem Besitzern der neueren Euro-5-Dieselfahrzeuge leicht fallen. Allerdings: Im Landkreis waren laut Bundesamt Ende 2016 konkret 9248 Dieselautos in den Schadstoff-Klassen 1 bis 4 zugelassen. Diese werden oft von Menschen gefahren, die ein günstiges, reparaturarmes Alltagsfahrzeug benötigen und bei denen das Budget für einen Autokauf begrenzt ist.

Der Anteil der Euro-6- und Euro-5-Dieselfahrzeugen auf den Straßen an Werra und Meißner erhöht sich aber stetig: Allein bei den Euro-6-Autos verdoppelte sich die Zahl im vorigen Jahr auf 2421. Hingegen nahm die Zahl der schmutzigen Diesel-Pkw (Euro 1 bis 4) bis Ende 2016 um mehr als 900 ab (noch 9250).

Die Zahl der Elektro-Fahrzeuge stieg im vergangenen Jahr übrigens auch: Laut Kfz-Zulassungsstelle des Kreises von 25 auf 33. (sff/tko)

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