Ein Drittel der Bäckereien und Metzgereien haben in den vergangenen zehn Jahren aufgegeben

Werra-Meissner. Rund ein Drittel der inhabergeführten Bäckereien und Metzgereien haben in den vergangenen zehn Jahren geschlossen. Gab es damals noch rund 95 von diesen kleinen Handwerks-Unternehmen, so sind es jetzt nur noch gut 60.

Das teilt die Kreishandwerkerschaft Werra-Meißner auf Anfrage mit. Bäckereien gibt es noch rund 18 (ungefähr ein Dutzend haben geschlossen), Fleischereifachbetriebe noch zirka 43 (rund 21 wurden geschlossen).

„Bei beiden Gewerken muss man den Lauf der Zeit und des demografischen Wandels betrachten“, sagt Stephan Schenker, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Zum einen mangele es an Nachfolgern, zum anderen stehen den Handwerksbetrieben die Discounter mit „Billigbackstraße“ gegenüber. In der heutigen „Geiz-ist-geil“-Zeit sei es schwierig, mit deren Preisen mitzuhalten. Verbrauchern sei es laut Schenker oft egal, ob sie billige, maschinell hergestellte Ware kaufen statt zum Fachbetrieb zu gehen, wo genau Auskunft über Zutaten, beziehungsweise die Herkunft des Tieres bei Fleischbetrieben, gegeben werden kann.

Ebenso wie bei der Suche nach Auszubildenden gibt es laut Schenker auch bei Übernahmen von Handwerksbetrieben Nachwuchsprobleme. Chancen und Entwicklungsperspektiven würden vom möglichen Berufsnachwuchs nur unzureichend gesehen. Nicht immer übernehmen die Kinmder Metzgereien und Bäckereien , es existieren aber immer noch Betriebe, die in zweiter, dritter oder vierter Generation als Familienbetrieb bestehen.

Zur Übergabe von Betrieben gibt die Handwerkskammer Kassel viele Tipps. Dazu gehört unter anderem, den eigenen Betrieb kritisch zu bewerten, um den Betrieb attraktiv für potenzielle Nachfolger zu machen. zudem sollte man sich früh genug auf die Suche nach einem Nachfolger machen, den Wert realistisch festlegen und auch die eigene Zukunft im Ruhestand vorbereiten. (nde) 

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