Ein Helles, bitte: Klosterbrauerei bringt neues Bier auf den Markt

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„Helles liegt im Trend und schmeckt eigentlich jedem“, sagt Geschäftsführer Ulrich Klesper (Zweiter von rechts), der das Bier am Mittwoch mit (von links) Brauer Marc Fernau, Braumeister Christian Flender und Außendienstmitarbeiter Henrik Stelzner vorstellte.

Eschwege. Die Eschweger Klosterbrauerei bringt eine neue Biersorte auf den Markt. Ab sofort kann man in den Geschäften der Region sogenanntes Helles kaufen.

Menschen, die vor 1990 schon Bier getrunken haben, werden nicht überrascht sein. Denn die Flaschenform der neuen Biersorte der Eschweger Klosterbräu kennen sie. Bis 1990 wurde so das Pils-Bier in Flaschen verkauft. Die neueste Kreation aus der Klosterbrauerei kommt also im Retro-Look daher. Geschmacklich ist das Bier aber komplett neu.

Der Geschmack

Braumeister Christian Flender hat die neue Biersorte für die Eschweger Klosterbrauerei entworfen. Helles, das hauptsächlich südlich der Mainlinie gekauft und getrunken wird, ist das etwas süffigere Bier, darf aber nicht mit Lager oder Export verwechselt werden. „Wir haben darauf geachtet, nicht ein Pils mit nur etwas weniger Hopfenanteil zu brauen, sondern ein ganz eigenes Bier geschaffen“, erklärt Flender, der zusammen mit Brauer Marc Fernau die Produktionsabläufe an der Hospitalstraße überwacht. Verwendet werde ein spezieller Aromahopfen, und auch der Malztyp entfalte ein stärkeres Aroma. Mit 4,9 Volumenprozenten ist der Alkoholanteil etwas höher als im Eschweger Pils (4,8%). „Wir haben nicht einfach Rezepte nachgekocht, sondern einen eigenen Geschmack entwickelt“, sagt Flender. Laut Geschäftsführer Ulrich Klesper schmecke man die Eschweger Herkunft aus dem Bier heraus.

Die Historie

Der Augustiner-Mönch, mit dem schon in den 1920er- und 1930er-Jahren für das Eschweger Bier geworben wurde, hat es zurück auf die Flasche geschafft.

Seit dem Wochenende werden die ersten Geschäfte mit dem neuen Bier beliefert. Nach und nach sollen alle bisherigen Vertriebspartner auch mit dem Hellen bestückt werden. Zu kaufen gibt es das Bier nicht vom Fass, sondern nur in Halbliter-Flaschen, „wie es für Helles üblich ist“. Nicht nur die Flasche, auch der Bierkästen entstammt dem Retro-Design der 1970er- und 1980er-Jahre. Neu ist das Etikett, das einen Mönch zeigt. „Hier haben wir uns aber ebenfalls von der Vergangenheit inspirieren lassen“, sagt Tanja Beck vom Marketing. Der Augustiner-Mönch, mit dem schon in den 1920er- und 1930er-Jahren für das Eschweger Bier geworben wurde, hat es zurück auf die Flasche geschafft. „Das passt gut, denn seit 650 Jahren wird in Eschwege nachweislich Bier gebraut“, sagt Beck mit Blick auf 2019. Und zwischendurch gab es schon mal ein Helles aus Eschwege. Das „Spezial Hell“ gab es bis in die 1950er-Jahre und wurde dann vom Pils verdrängt. Also nicht nur die Flaschen kommen wieder.

Zwei andere Biersorten der Eschweger Klosterbrauerei wurden indes in diesem Jahr ausgezeichnet.

Die Mönche und das Eschweger Bier

Mönche und Bier sind eine unzertrennliche Einheit – auch in Eschwege. Nachweislich seit 1369 wurde im Eschweger Augustinerkloster Bier gebraut und an die Eschweger Bevölkerung verkauft. Die Mönche waren bis zur Reformation bei den Eschweger Bürgern sehr beliebt. Im 16. Jahrhundert verließen sie Eschwege. 1875 verlegte Jakob Andreas die Produktion seiner Brauerei zurück in das ehemalige Kloster in der Altstadt, sodass hier nach rund 250 Jahren wieder Bier gebraut wurde. Eschweger Bier kann man mittlerweile sogar am Zuckerhut kaufen. (ts)

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