Kabarett-Trio Créme Double präsentierte sein charmantes Programm „Frauen und Technik“

Nur eine Frage der Technik

Beweisen seit über zwölf Jahren, neben Sinn für Musik und Humor, auch ihre schauspielerische Wandlungsfähigkeit: Katrin Orth, Tine Schoch und Ralf Siebenand vom Kabarett Créme Double aus Osnabrück. Fotos: Wolfram Skupio

Eschwege. „Bohren to be wild“ lautet nicht nur ein umgedichtetes Lied der drei Osnabrücker Kabarettisten.

Katrin Orth

Dieser Name war am Freitag auch Programm, als Tine Schoch, Katrin Orth und Ralf Siebe-nand vom Créme Double ihre Sketche, Musik- und Tanzeinlagen zum Thema „Frauen und Technik“ im vollbesetzten E-Werk aufführten.

Tine Schoch

Dabei griffen sie tief in die Trickkiste. Neben viel Musik, selbstverständlich live auf Tuba, Keyboard und Saxophon gespielt, kamen natürlich zahlreiche Werkzeuge zum Einsatz. Schoch stürmte beispielsweise mit einem Laub- sauger auf die Bühne, mit dessen Hilfe sie Konfetti ins Publikum blies.

Bereits zu Anfang der Show sorgten die drei Doppel-Rahm-Kabarettisten für viele Lacher, als sie den Konflikt von Frauen und Computern eindrucksvoll darstellten, den in dieser oder ähnlicher Weise wohl jeder bereits erlebt hat. Auf der komplett abgedunkelten Bühne waren nur drei vom Licht des Computerbildschirms erleuchtete Köpfe zu sehen.

Mit viel Selbstironie und trockenem Witz entspann sich ein Dialog über verschiedene PC-Probleme. Den Hinweis des klischeehaft in Computerthemen selbstverständlich bewanderten Mannes, dass sie den Cache-Speicher löschen solle, erwiderte die Frau etwas naiv, ob sie dann ihr Geld los sei.

Dass man am PC auch mit dem Tastaturbefehl Strg+C kopieren kann, wurde von den Damen mit der saloppen Bemerkung „Kopieren ohne Maus ist aber auch saublöd“ abgetan. Dergestalt fanden sich im Programm immer wieder sympathisch vorgetragene Situationen geschlechtertypischer Irrtümer und Missverständnisse.

Das Verhältnis von Mann, Frau und Technik unter- und zwischeneinander wurde von den dreien im Programm charmant auf die Schippe genommen. Siebenand musste sich als einziger Mann gegen die beiden Frauen behaupten.

Dies gelang ihm auf „männlich gelassene Weise“, mit viel Humor und Sätzen wie „Die Zeit nagt an allem, auch am Bindegewebe“. Orth aber präsentierte in ihrem Lied „Alles eine Frage der Technik“ wie sie mit „weiblichen Stärken“, nämlich subtil vorgehend und mit Raffinesse, ihre Ziele erreichte.

Créme double sind auch ein Musikkabarett. Das bewiesen sie eindrucksvoll. Schließlich sind alle studierte Tänzer, Schauspieler und Musiker.

Von Wolfram Skupio

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