Eine grandiose Eliza Doolittle

Junges Theater Eschwege zeigt "My Fair Lady"

Beim Pferderennen in Ascot: Holger Hämmerling (von links), Sebastian Perels, Johannes Meier, Charlotte Perels als Eliza Doolittle, Heiko Alsleben, Claudia Neuenfeld und Tamara Tschöpe. Foto: Carl-Heinz Greim

Eschwege. Auf den Plakaten sah man das Gesicht eines Mädchens: die reizende Charlotte Perels, die an diesem Samstag im ausverkauften E-Werk Eschwege als Eliza Doolittle bei der Premiere der Jungen-Theater-Produktion von „My Fair Lady“ das Publikum verzauberte.

Ein triumphaler Abend für Charlotte und das ganze Ensemble. Unter der Regie von Dieter Salzmann und Karin Perels bewältigte das Junge Theater Eschwege mit Bravour die Mammutaufgabe, das berühmte Musical von Frederick Loewe angemssen auf die kleine Bühne des E-Werks zu bringen.

Alles stimmte: das mit wenigen Griffen verwandelbare Bühnenbild, die musikalische Begleitung durch eine vierköpfige Gruppe, die von Karin Perels hübsch choreografierten Massenszenen, die tolle Kostümierung – vor allem aber die schauspielerischen und sängerischen Leistungen der Hauptdarsteller.

Die Geschichte des einfachen Blumenmädchens Eliza, das aufgrund einer Wette von einem berühmten Phonetiker sprachlich so gedrillt wird, dass sie in höchsten gesellschaftlichen Kreisen eine gute Figur macht, wurde bühnenwirksam erzählt, wobei das Regiegespann bei der Figurenführung und der Nutzung der kleinen Bühne eine glückliche Hand bewies.

Der Programmhandzettel nannte weit über dreißig Namen, von denen hier nur eine Handvoll berücksichtigt werden kann. In erster Linie die zauberhafte Charlotte. Es war eine reife Leistung eines blutjungen Mädchens, das seine Rolle überzeugend spielte und in den Songs mit frischem Charme begeisterte. Der menschenverachtende Egomane Professor Higgins hatte in Sebastian Perels einen brillanten Darsteller. Dieter Salzmann gelang als trinkfestem und verschlagenen Müllkutscher Alfred Doolittle, Elizas Vater, ein kraft- und humorvoller Auftritt. Und auch Heiko Alsleben als Pickering und Johannes Meier als verliebter Freddy verdienen es, besonders erwähnt zu werden.

Ein entzückender Abend mit langen Ovationen.

Von Francisco Pujiula

"My Fair Lady" in der Stadthalle

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