Brandschutzprophylaxe schützt Behinderteneinrichtungen

Eine Katastrophe, die nicht passieren kann

Eschwege. Eine Brandkatastrophe, bei der vorgestern in einer Behindertenwerkstatt in Titisee vierzehn Menschen starben, kann nach Einschätzung von Kreisbrandinspektor Christian Sasse eigentlich nicht passieren. „Einrichtungen dieser Größenordnung gelten als Sonderbauten und unterliegen eigenen Sicherheitsbestimmungen“, so Sasse.

Zum Standard zählen automatische Meldeanlagen und die Unterteilung in abgeschlossene Brandabschnitte. Die Rettungskräfte sollen so schnell alarmiert und an der Unglücksstelle sein. Ziel vor Ort nach dem Ausbruch eines Feuers ist die lokale Eingrenzung. In den Werraland-Werkstätten in Eschwege wurde erst in der vergangenen Woche Brandalarm ausgelöst, der sich allerdings als Fehlalarm erwies. Geschäftsführer Gerd Hoßbach ist trotzdem erleichtert, dass „alles so ablief, wie es sollte“.

Die Behinderteneinrichtung leistet sich aufwändige Brandschutzprophylaxe. Es gibt interne Brandschutzbeauftragte, und ein Sicherheitsbüro überprüft die Notfallpläne in regelmäßigen Abständen mit dem Blick von außen auf ihre Wirksamkeit.

Neben Behindertenwerkstätten gibt es eine Reihe anderer Einrichtungen, die angesichts der erhöhten Hilfsbedürftigkeit der betroffenen Menschen besonderer Beachtung bedürfen: Seniorenheime und Krankenhäuser zählen dazu. In der Eschweger Klinik haben Notfallpläne in jüngster Vergangenheit gleich zweimal greifen müssen. Bei einer Bombendrohung wurde das Krankenhaus vor einigen Jahren evakuiert, ein Küchenbrand 2010 war so schnell unter Kontrolle, dass die Patienten das Haus nicht verlassen mussten, sondern wenige Menschen lediglich in andere Brandabschnitte verlegt wurden. „Die Busse haben aber schon am Eingang gestanden“, macht Kliniksprecher André Koch deutlich, dass bereits alle Vorkehrungen für die Verlegung in andere Krankenhäuser getroffen waren.  
Von Harald Sagawe

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