Werratalsee: Im nächsten Jahr soll man wieder baden können

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Der Werratalsee mit Badestrand ist Naherholungsgebiet und Touristenattraktion - wenn er nicht von Blaualgen vergiftet ist und deswegen nicht betreten werden darf.

Das Freibad gibt es nicht mehr, der See ist eine stinkende Kloake - die Horrorvision wurde in diesem Sommer Wirklichkeit. „Der Werratalsee ist fest eingeplant für Baden unter freiem Himmel“, formulierte SPD-Fraktionsvorsitzender Alexander Feiertag zum Auftakt der gemeinsamen Diskussionsrunde mit den Grünen.

Eschwege. Deutlich wurde in der Runde mit Gewässerökologe Professor Dr. Ulrich Braukmann von der Universität Kassel, Uwe Roth vom Kreisbauernverband, Wolfram Brauneis von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz sowie Manfred Westphal vom Angelsportverein, dass wohl kein Weg an der Anhebung des Wasserspiegels vorbeiführt.

Die Belastung des Sees ist wohl in erster Linie auf diesen niedrigen Wasserspiegel zurückzuführen. Ehrenbürgermeister Jürgen Zick konnte sich noch an die Zeiten vor der Absenkung des Levels erinnern. Da habe es diese Probleme nicht gegeben. Heute drücken die Schadstoffe aus der höher fließenden Werra in den See. Das stehende Gewässer hat deutlich weniger Volumen als früher und ist nicht tief genug, um die negativen Einflüsse zu kompensieren. Weitere wesentliche Ursache für die Verschlechterung der Qualität - auch das ist unstrittig - sind die Fäkalieneinleitungen aus der maroden Kanalisation in Schwebda. Das Kanalnetz wird gerade saniert, diese Schadstoffquelle wird auf kurz oder lang verschwinden. Der Fischbestand im See wurde vom Angelsportverein bereits reguliert.

Das war der Sommer am Werratalsee

Unklar ist die Rolle der Landwirtschaft. Nach Ansicht Professor Dr. Braukmanns werden Nährstoffe durch Bodenerosion und über das Grundwasser in den See gespült, Uwe Roth weist das zurück und beruft sich dabei auf aktuelle Messungen der Grundwasserströme.

Wolfram Brauneis favorisierte eine ganz andere Maßnahme. Er schlug am Montagabend vor, die Werra durch den See umzuleiten und so für erhöhte Frischwasserzufuhr und Durchmischung zu sorgen.

Von Harald Sagawe

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