30 Jahre Wiedervereinigung

Feier zur Deutschen Einheit auf dem Heldrastein

Sind extra aus Melsungen zur Einheitsfeier angereist: Die Gruppe war sich einig, dass sie sich bis heute über das Gelingen der deutschen Einheit auch nach 30 Jahren noch sehr freut.
+
Sind extra aus Melsungen zur Einheitsfeier angereist: Die Gruppe war sich einig, dass sie sich bis heute über das Gelingen der deutschen Einheit auch nach 30 Jahren noch sehr freut.

30 Jahre Wiedervereinigung: 200 Menschen besuchen den Heldrastein an der Grenze zu Thüringen und feiern die Deutschen Einheit.

Heldrastein – Am Fuß des sogenannten „Turms der Einheit“ lauschen die Gäste aus Hessen und Thüringen Dr. Martin Kaspari, dem früheren Landrat des Wartburgkreises, als er von seinen Erinnerungen an die Zeit der Teilung erzählt und vielen Menschen aus der Seele spricht.

Um die 200 Menschen waren am Samstag zum Heldrastein gekommen, um an der Feierstunde „30 Jahre Wiedervereinigung“ teilzunehmen. Als Zeitzeuge schilderte Kaspari, wie er durch die Arbeit seines Vaters als Arzt in Hohengandern die Geschehnisse an der innerdeutschen Grenze miterlebte, berichtete davon, wie die Familie Koch evakuiert wurde, und von ganz persönlichen Erlebnissen.

„Immer noch das prägendste Erlebnis meines Lebens“, sagte Staatssekretär Mark Weinmeister als Vertreter der hessischen Landesregierung, sei „die Wiedervereinigung gewesen“. Er betonte seinen Respekt vor den Menschen, die für die Einheit auf die Straßen gegangen sind, und fügte hinzu, dass es unter anderem ohne Solidarnosc in Polen, die Entscheidung der ungarischen Regierung und die Gorbatschows nicht denkbar gewesen wäre.

Bittet um Unterstützung für historischen Ort: Ute Walter von der IG Heldrastein.

Daran, dass der Blick von der Wartburg für sie als Kind mit einem Sehnsuchtsort verbunden gewesen sei, erinnerte sich Ministerin Anja Siegesmund, die für die Landesregierung Thüringens sprach, und fasste mit Blick auf den Tag zusammen: „Das bedeutet 30 Jahre Demokratie, Selbstbestimmung und Freiheit.“ An diesem Tag solle die Freude überwiegen, sagte sie, und mit Blick auf die Zusammenarbeit in der Vergangenheit und in der Zukunft: „30 Jahre deutsche Einheit. Ich finde, das ist ein Prozess, das ist ein Weg.“

Das Umwandeln eines Wachturms zu einem Aussichtsturm als besonderen Schritt in der Region griff der Landrat des Wartburgkreises, Reinhard Krebs, auf. Sein Dank galt den Bürgermeistern der Anrainergemeinden der ehemaligen innerdeutschen Grenze dafür, dass die Veranstaltung ebenfalls in Gedenken an Dr. Walter Lübcke stattfinden werde.

„Ich war am Boden zerstört“, erinnerte er sich und wie ihm Lübcke drei Monate vor seinem gewaltsamen Tod von dem Druck berichtet hatte, dem er ausgesetzt sei und dass bei der Veranstaltung an das gedacht werden möge, was die Menschen früher gedrückt habe und was sie heute drücke. Dass man leider feststellen müsse, dass Populismus und Extremismus in den vergangenen Jahren wieder zunehmen, so Dr. Rainer Wallmann, der in Vertretung von Landrat Reuß sprach. „Und das dürfen wir nicht akzeptieren.“ Mit einer Schweigeminute gedachten die Anwesenden der Opfer der Teilung und Dr. Lübckes.

Musik von den Original Heldrasteinmusikanten.

Den Blick auf die vergangenen 30 Jahre und auf die Zukunft richtete Pfarrer Torsten Schneider in seiner Andacht: „Die Zukunft beginnt immer heute und in dir.“ Nach Musik der Original-Heldrastein- Musikanten, fassten die Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Mario Hartmann, Thomas Mäurer und Michael Reinz zusammen, was 30 Jahre deutsche Einheit für sie bedeuten, nannten entstandene Freundschaften, persönliche Erinnerungen und auch die Freiheit, in alle Himmelsrichtungen gehen zu können. „Diese Feier, die hat mich sehr emotional berührt“, sagte Besucher Walter Suck, der gemeinsam mit einigen Freunden aus der Nähe von Melsungen zum Heldrastein gekommen war.

Er hatte von 1971 bis 1989 an der innerdeutschen Grenze gearbeitet und besonders die Worte Kasparis und die der Andacht Schneiders hatten ihn erreicht. Als rundum gelungene Veranstaltung bezeichneten die aus Melsungen angereisten Gäste die Veranstaltung auf dem Heldrastein. Sie sind sich bis heute einig: „Wir haben uns sehr gefreut über die Wiedervereinigung.“ (Von Eden Sophie Rimbach)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare