„Wir gegen Corona“ – fast alle Kommunen abgedeckt

Werra-Meißner: Einkaufshilfe der Jugendorganisationen steht wieder bereit

Übergabe an der Haustür: Die Helfer von „Wir gegen Corona“ halten sich an die selbst verordneten Abstands- ud Hygieneregeln.
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Übergabe an der Haustür: Die Helfer von „Wir gegen Corona“ halten sich an die selbst verordneten Abstands- ud Hygieneregeln.

Die Hilfsorganisation „Wir gegen Corona“, im Frühjahr von den Jugendorganisationen der politischen Parteien im Werra-Meißner-Kreis gegründet, will sich wieder stärker engagieren.

Werra-Meißner - Jüngst haben das Junge Union, Jusos, Junge Liberale, Grüne Jugend und Linksjugend jetzt beschlossen und wollen die solidarische Hilfe mit Leben füllen.

Viel zu tun am Anfang

Zur Erinnerung: Im März, kurz nach Verkündung des ersten Lockdowns, hatten sich die Vertreter der Jugendorganisationen zusammengeschlossen, um sozial isolierten Menschen zu helfen. Die Idee aus dem Werra-Meißner-Kreis hatte im Frühjahr ein breites Medienecho hervorgerufen. „Das hat uns auch ein wenig überrascht“, gibt Leonie Bierent zu, die die Idee zu dem Projekt hatte. Durch die Präsenz in der Öffentlichkeit wurde die Idee aber schnell angenommen. Vier bis sechs Aufträge hatten die freiwilligen Helfer zu Beginn. Fast 60 Helfer hatten sich bereit erklärt mitzumachen.

Die Helfer sind ein Querschnitt durch die Bevölkerung: Eltern, Studenten, Jugendliche – von 18 bis 55 Jahren ist alles dabei. „Wir haben uns auf die Einkaufshilfe beschränkt und wollen das auch in Zukunft so beibehalten“, sagt Leonie Bierent, die sich jetzt in den Abschlussprüfungen ihres Jura-Studiums befindet und die Hoheit über die Hotline an Jorias Bach abgegeben hat.

Stadt-Dorf-Gefälle

Aktuell sind noch 40 ehrenamtliche Einkäufer an Bord. Fast den gesamten Werra-Meißner-Kreis kann „Wir gegen Corona“ so abdecken. Im Ringgau hat die Gruppe keine Freiwilligen zur Verfügung. „Hier gibt es aber auch so gut wie keine Anfragen“, sagt Bierent.

Auf den Dörfern scheint die Nachbarschaftshilfe noch gut zu funktionieren, hat die 26-Jährige festgestellt. Die meisten Anfragen kommen aus den Städten des Landkreises: Eschwege, Witzenhausen und Bad Sooden-Allendorf waren zu Beginn besonders stark nachgefragt.

Wenig los im Sommer

Den Sommer über, als die Infektionszahlen deutlich gesunken sind, hatte die Gruppe nur vereinzelt Anfragen. „Mit der Ankündigung der Bundeskanzlerin, die Maßnahmen zu lockern, waren wir weniger gefragt.“ Inzwischen mehren sich die Hilfsgesuche wieder. „Es ist die Ruhe vor dem Sturm.“

So funktioniert’s

Das Prozedere ist geblieben. Menschen, die Hilfe beim Einkauf brauchen, rufen unter 01 57/30 75 32 46 an oder melden sich per E-Mail unter wir-gegen-corona@web.de und geben ihre Bestellungen durch. In einer WhatsApp-Gruppe klären die Mitglieder, wer sich um den Einkauf kümmert. Die Waren werden mit Sicherheitsabstand an der Haustür übergeben. Das Geld kommt im Briefumschlag. „Mit einem Arzt haben wir ein Hygienekonzept erarbeitet“, sagt Bierent. (Tobias Stück)

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