Lebenszeichen mitten in der Stadt

Ermattete Linde vor der Marktkirche bekommt von Helfern einen Energieschub 

Bei strömenden Regen haben Mitglieder der Stadtkirchengemeinde die alte Linde vor der Marktkirche mit einem ordentlichen Energieschub versorgt. Trockenheit hat den Baum angegriffen.

Vier Gießkannen, fünf Männer und 150 Liter Kraftfutter für die Jahrhunderte alte Linde vor der Eschweger Marktkirche.

„Uns war es ein Anliegen, dem Baum etwas Gutes zukommen lassen, damit er wieder aufblüht“, sagt Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost. Die Linde habe nach Jahren der Trockenheit deutliche Stresssymptome gezeigt, so die Pfarrerin. „Der Baum wirkte ermüdet und ermattet.“

Jüngere Lutherlinde im Januar umgeknickt

Nachdem im Januar dieses Jahres die deutliche jüngere, sogenannte Lutherlinde, hinter der Marktkirche einfach umgestürzt war, habe die Gemeinde wegen der Marktlinde die Untere Naturschutzbehörde (UNB) , die für das Naturdenkmal zuständig ist, informiert. 

Zeigt deutliche Stresssymptome: Die alte Linde vor der Eschweger Marktkirche. Nach Jahren der Trockenheit wirkt der Baum ermüdet und ermattet. Jetzt soll versucht werden, das Naturdenkmal wieder zu stärken

Die Behörde hatte daraufhin einen umfangreichen Pflegekatalog zusammengestellt. Weil der Baum bereits etwas hohl ist, wurde die metallenen Verankerung erneuert, und die Krone ausgeschnitten, um diese erst mal zu entlasten. Eine weitere Maßnahme, den Baum zu stärken, war, ihm ein bodenverbesserndes Präparat zuzuführen.

Boden rund um die Linde muste erst aufgeweicht werden

Doch dafür war eine mehrwöchige Vorbereitung notwendig. „Der Boden war durch die lange Trockenheit stark verdichtet und strukturverändert, sodass er das Präparat gar nicht hätte aufnehmen können“, berichtet Sieglinde Repp-Jost. Deshalb habe die Gemeinde den Boden am Stamm und weitläufig im Radius der Krone in den vergangenen drei Wochen mit vielen Tausend Litern Wasser getränkt.

Abgefüllt werden die Gießkannen mit Nährlösung von (von links) Robert Hein, Volker Jost und Jens Haase.

Am Freitagabend dann brachten die Männer, Robert Hein, Dr. Jens Haase, Lennard Jost, Silas Werner und Volker Jost, die insgesamt 150 Liter Nährstofflösung in den Boden ein. Die Kosten von 1000 Euro für die Nährlösung teilen sich Kreis und Kirchengemeinde zu gleichen Teilen. „Spenden dafür sind dennoch herzlich willkommen“, sagt die Pfarrerin.

Linde ist ein Lebenszeichen mitten in der Stadt

„Die Vorstellung, dass der Baum nicht mehr sein könnte, ist sehr dramatisch“, sagt die Pfarrerin. „Die Linde gestaltet den Platz, ist Lebensraum für viele Vögel, Menschen treffen sich auf der Bank unter dem Baum und wir feiern Gottesdienste hier - er ist ein Lebenszeichen mitten in der Stadt.“

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