Der ETSV präsentiert sich zum 100-jährigen Jubiläum seiner sanierten Jahnturnhalle als moderner Verein

Vom Entlein zum stolzen Schwan

Fit wie ein Turnschuh: Die Fitnessdamen, hier grüßend und strahlend Helga Kalus, machen ihrem Namen alle Ehren.

Eschwege. Verstaubt ist hier gar nichts mehr: Sowohl die Jahnturnhalle als auch der Eschweger Turn- und Sportverein sind fit für die Zukunft.

Das ist für Vorsitzenden Markus Claus und seinen Stellvertreter Gerd Strauß bestimmt eine der wichtigsten Botschaften der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum ihrer „alten Dame“, der Jahnturnhalle. Dank einer umfangreichen Sanierung erstrahlt das Kulturdenkmal nicht nur in neuem Glanz, sondern bietet für die Sportler der Gegenwart auch eine zeitgemäße Ausstattung. Auch Veranstaltungen lassen sich hier prima feiern, wie nicht zuletzt während des Jubiläumswochenendes deutlich wurde.

Am Freitagabend hatten die beiden Vereinschef hier zum Kommers geladen. Statt die Gäste mit großen Reden oder sich wiederholenden Grußworten zu langweilen, setzten Markus Claus und Gerd Strauß eher auf anspruchsvolles Infotainment. Der historische Rückblick etwa erfolgte im unterhaltsamen Gespräch, die älteren Mitglieder Ilse Beck und Günter Quentel erzählten im Interview auf dem berühmten roten Sofa davon, wie sie in der Nachkriegszeit überhaupt turnen und Sport treiben konnten und als Krönung gratulierte einer der prominentesten ehemaligen deutschen Kunstturner, Eberhard Gienger, ebenfalls zum Jubiläum.

Er erzählte von seinem bewegten Leben, das ihn zum Namensgeber des Gienger-Saltos machte und auch zum Fluchthelfer für einen Sportkameraden aus der ehemaligen DDR. Aber auch in der Jahnturnhalle ging es im wahrsten Sinne immer sehr bewegend zu, wie die Zeitzeugen zu berichten wussten. Über Jahrzehnte hinweg hat hier auch Margot Friedrich trainiert und als Übungsleiterin anderen Menschen zu mehr Bewegung und Gesundheit verholfen. Ihr galt der besondere Dank von Markus Claus und Gerd Strauß ebenso wie Mitglied Rainer Mensing, der sich in vielerlei Hinsicht um den Eschweger Turn- und Sportverein verdient gemacht hatte. Dafür erhielt er eine goldene Ehrennadel.

Zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitglieder gab es auch während des Sommerfestes, das am Samstagnachmittag rund um die Jahnturnhalle stattfand. Zuvor hatten Vorstand und verschiedene Abteilungen des Vereins anlässlich des Jubiläums der Halle, die sich seit der großen Sanierung laut Markus Claus „vom hässlichen Entlein zum stolzen Schwan“ entwickelt hat, einen Festumzug durch die Eschweger Innenstadt veranstaltet. Los ging es in Erinnerung an die Einweihungsfeierlichkeiten für die Turnhalle am Jahnstein. Besonders die Präsentation der verschiedenen Abteilungen machte deutlich, dass der Verein gut aufgestellt ist. Die Marchingband Dietemann sorgte zudem an beiden Tagen für tolle musikalische Unterhaltung.

Von Melanie Salewski

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