20 Jahre Pflegekinderdienst und Adoptionsvermittlung Werra-Meißner: eine Erfolgsgeschichte

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Feiern Jubiläum: Ariane Zengerling und Karin Meissner-Erdt (Pflegekinderdienst), Heidi Bevern-Kümmel (Kreisverwaltung), Margaret Buhle und Frank Viereck-Jakob (Pfad-Vorstand) sowie Kreisbeigeordnete Heike Nölke (von links).

Es ist eine Erfolgsgeschichte: Seit 20 Jahren besteht der Pflegekinderdienst und die Adoptionsvermittlung im Werra-Meißner-Kreis. Wir nennen drei Gründe für den Erfolg.

„Nur wenn Sie ein gutes Herz haben und viel Verständnis für die Probleme Ihrer Schützlinge aufbringen können, schaffen Sie Ihre Arbeit“, diese Worte richtete die Kreisbeigeordnete Heike Nölke von Landrat Stefan Reuß den rund 100 Pflegeeltern aus, die aus einem ganz besonderen Grund ins Eschweger E-Werk gekommen sind. 

Der Pflegekinderdienst und die Adoptionsvermittlung des Werra-Meißner-Kreises feierten 20-jähriges Bestehen. Mit vielen Reden, einer Podiumsdiskussion und einem Vortrag blickten die Verantwortlichen auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zurück. 

Drei Gründe für die Erfolgsgeschichte des Pflegekinderdienstes und der Adoptionsvermittlung:

  • 1. Die Zusammenarbeit. mit Hilfe der Unterstützung von Pfad, der Interessengemeinschaft für Pflege- und Adoptivfamilien, hat der Landkreis auch steigende Fallzahlen bewältigt. 1999 gab es nur 40 Pflegekinder bei 30 Pflegefamilien. Jetzt zählen die Verantwortlichen 140 Pflegekinder bei 100 Pflegefamilien. „Ohne den Verein wäre vieles nicht möglich gewesen“, betonte Heidi Bevern-Kümmel, die Fachbereichsleiterin für Jugend, Familie, Senioren und Soziales, unmissverständlich in ihrer Begrüßungsrede. Pfad bündelt Fortbildungsangebote, hat einen familienentlastenden Dienst aufgebaut und bietet Freizeitangebote für Kinder aus Pflege- und Adoptivfamilien an. Grund genug für den Landkreis, die Spenden an den Verein zu verdoppeln. Margaret Buhle, erste Vorsitzende von Pfad: „Es ist wichtig, dass wir weiterhin an einem Strang ziehen – für die Zukunft und die Entwicklung der Kinder.“
  • 2. Das Engagement. Vom Gesetzgeber hat sich in der Betreuung der Familien und deren Kinder viel geändert. Auch in Zukunft wird es im Sozialrecht neue Gesetze geben. „Was sich nicht ändern wird, ist, dass die Kinder viel Liebe brauchen“, so Nölke, „diese Arbeit lässt sich nicht mit Geld bezahlen.“ Die Bereitschaft, ein fremdes Kind mit besonderen Bedürfnissen aufzunehmen, sinkt zunehmend. Aus diesem Grund wird der Pflegekinderdienst in Zukunft primär das Ziel verfolgen, die hohen Standards aufrecht zu erhalten. Karin Meissner-Erdt vom Pflegekinderdienst: „Von 1999 bis heute war eine Entwicklung von 0 auf 100.“
  • 3. Die Maßnahmen. Pflegebedarf und Problemlagen wurden in der Vergangenheit mit Weitblick erkannt. So wurden das Pflege- und Fortbildungsangebot wegen minderjähriger Flüchtlinge, minderjähriger Mütter mit Kind und Verwandtschaftspflegeverhältnissen frühzeitig angepasst. Sonderpädagogische Stellen wurden geschaffen. Die Bereitschaftspflegestellen wurden ausgebaut. Davon gibt es im Werra-Meißner-Kreis an sechs Stellen zwölf Plätze. Reflektions-, Einzel- und Gruppengespräche ergänzen ein rundes Angebot. Aktuell wird an einem Modell gearbeitet, um Pflegeeltern eine Auszeit zu ermöglichen.

Von Marvin Heinz

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