Zahl der Tagesmütter und -väter im Werra-Meißner-Kreis steigt

Erhöhter Bedarf an Kindertagespflege

Werra-Meissner. Der für 2017 gefürchtete Rückgang der zahl an Tagesmüttern- und -vätern im Werra-Meißner-Kreis ist nicht eingetreten. Er war erwartet worden, da Kindertagespflegepersonen seit einer Gesetzesänderung 2016 mit steigenden Sozialabgaben rechneten und um ihre Zukunft bangten. Der Fachbereich Jugend und Familie des Werra-Meißner-Kreises prognostizierte vor einem Jahr einen möglichen Rückgang der Zahl bei Tagesmüttern.

Dieser blieb jedoch aus, erklärt Kreissprecher Jörg Klinge. Die Bemühungen des Kreissozialamtes scheinen demnach Früchte zu tragen, denn: „Waren es 2015 noch 50 Tagespflegepersonen in der Region, sind es 2017 bisher 44. Zehn weitere kommen ab Oktober hinzu“, so Klinge. Die Nachfrage nach Tagespflegeplätzen sei sowohl bei den Tagesmüttern als auch in den 58 Kitas des Kreises groß, bestätigt auch Martin Weisbecker, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Eschwege. So merke auch die Fachdienstleitung für Kindertagesstätten und Schulkindbetreuung einen gestiegenen Bedarf an Kinderbetreuung.

Das könne an der hohen Geburtenrate und der Anzahl an Flüchtlingskindern liegen – und daran, dass der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder, die das erste Lebensjahr vollendet haben, sehr stark von den Eltern genutzt werde, erklärt Weisbecker.

Damit die Elternbeiträge für die Betreuung in der Kindertagespflege vergleichbar sind mit denen für einen Kitaplatz, werden die Beiträge ab August um 15 Prozent erhöht. Die tatsächlichen Kosten für die Betreuung richten sich nach dem zeitlichen Umfang.

Durch die Satzungsänderung zahlen Eltern künftig für fünf bis zehn Stunden in der Woche einen monatlichen Beitrag von 46 Euro (früher 40 Euro). Das Maximum von 45 bis 50 Stunden kostet 276 Euro (früher 240 Euro).

Hintergrund, Zum Tage

Von Melanie Triesch

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