Mann wegen Körperverletztung verurteilt

Erst vergewaltigt, dann verlobt

Eschwege. Vor dem Eschweger Amtsgericht musste sich gestern ein 29-jähriger Mann aus Ibbenbüren verantworten, weil er Anfang Januar vergangenen Jahres eine Frau vergewaltigt und mehrfach mit der Faust gegen den Kopf geschlagen haben soll. Diese Frau ist nun seine Verlobte.

Obwohl die heute 33-Jährige damals bei der Polizei über ihren Lebensgefährten ausgesagt hatte, er habe sie vergewaltigt, geschlagen, geschubst und sei ohne Führerschein zu ihr gefahren, herrschte im Gerichtssaal wieder Einigkeit zwischen den beiden. Da die Zeugin nach eigenen Angaben mittlerweile mit dem Angeklagten verlobt sei, durfte sie die Aussage verweigern, um ihren Verlobten nicht zu belasten – und das tat sie. „Ich mache keine Angaben“, sagte die 33-Jährige aus Witzenhausen vor dem Schöffengericht.

Zu dem Verlöbnis, das im November vergangenen Jahres geschlossen worden sein soll, wollten Staatsanwaltschaft und Richter dann Genaueres wissen. Bis auf eine kleine Unstimmigkeit was das Datum des Heiratsantrages betraf, stimmten die Aussagen des Angeklagten und der Zeugin überein.

Der Angeklagte selbst machte ebenfalls von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch und sagte während der ganzen Verhandlung nur wenig. Als der Vorsitzende Richter die Beteiligten jedoch mit Fotos aus der Gerichtsakte konfrontierte, auf denen die Verletztungen der Geschädigten und auch der Angeklagte mit einigen Blessuren zu sehen waren, räumte der 29-Jährige einen Streit am besagten Tag ein. „Wir haben uns über ein paar Sachen von mir gestritten, wie einen Computer und ein Heimkino“, sagte der Angeklagte. Daraufhin habe ihn seine Lebensgefährtin mit einem Gürtel auf die rechte Hand und den Unterarm geschlagen. „Ich habe ihr dann den Gürtel weggenommen und sie damit mehrmals auf die Beine geschlagen“, gab der Angeklagte zu. Das Gericht verurteilte ihn wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe von 60 Tagessätzen. In den übrigen Anklagepunkten wurde der 29-Jährige freigesprochen. (tzi)

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