Für fehl- und totgeborene Kinder

Erste Ruhestätte für die Sternenkinder auf Eschweger Friedhof

Trauer gestalten: Auf dem Sternenkinderfeld können Eltern sich einen persönlichen Ort der Trauer einrichten. Foto: dpa

Eschwege. Auf dem Eschweger Friedhof entsteht im Sommer ein Begräbnisfeld für Sternenkinder. Das sind tot- oder fehlgeborene Kinder, die nicht der Bestattungspflicht unterliegen.

Eltern, die ihr Kind in einem frühen Stadium der Schwangerschaft verlieren, soll so ein Ort zur Trauerbewältigung geboten werden.

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Seit einer Gesetzesänderung aus dem Jahr 2013 können Sternenkinder beim Standesamt registriert und anschließend bestattet werden. Damals hatten die Klinikpfarrerin Gudrun Kühnemuth, Seelsorgerin Judith Picard sowie die Fachärztin für Geburtshilfe und Gynäkologie, Dr. Marietta Lucas-Wesemeier und die Oberärztin der Frauenklinik, Dr. Friederike Kloß, eine Arbeitsgruppe gegründet, um eine entsprechende Begräbnisstätte in Eschwege einzurichten. „Beim Friedhofsausschuss haben wir mit dem Vorschlag offene Türen eingerannt“, sagt Kühnemuth. Eine angepasste Satzungsänderung greift im Juli, im August soll das Feld fertig sein.

Als Trauerort wurde ein von Hecken umrahmtes Areal auf dem Eschweger Friedhof ausgewählt. Dieses wird in den kommenden Wochen vom städtischen Bauhof hergerichtet. Neben einem gepflasterten Weg und Sitzmöglichkeiten soll eine Skulptur des Eschweger Künstlers Steffen Tsamaltoupis entstehen.

„Das Thema Tot- und Fehlgeburten ist in unserer Gesellschaft ein Tabu. Das wollen wir ändern“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe. Deswegen unterstütze die Stadt das Projekt. So entstehen für ein Begräbnis auf dem Sternenkinderfeld keine Kosten für die trauernden Eltern.

Im Eschweger Klinikum gibt es laut Lucas-Wesemeier jährlich etwa 80 betroffene Elternpaare, für die bislang nur eine teure, individuelle Bestattung ihres Sternenkinds möglich war. Die nächsten extra ausgewiesenen Begräbnisfelder gab es bislang in Göttingen und Kassel.

Von Lasse Deppe

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