In Niederhone wurde jetzt eine Wohngemeinschaft für dementiell Erkrankte eröffnet

Erste WG nur für Senioren

Die Erste: Irmhilde Heine ist die erste Bewohnerin in der neuen ambulant betreuten Wohngemeinschaft in Niederhone. Fotos: Rissmann

Niederhone. Gemeinsam gegen das Vergessen - in Niederhone wurde am Mittwoch die erste Senioren-WG für dementiell erkrankte eröffnet. „Das ist im Prinzip wie eine studentische Wohngemeinschaft“, sagte Torsten Rost. Er ist als Leiter der gemeinnützigen Stiftung Hospital St. Elisabeth mit dem Projekt betraut.

Insgesamt zwölf Zimmer samt Gemeinschaftsräumen bieten ab sofort Platz für Senioren, die nicht mehr allein Zuhause leben können, aber auch nicht in ein Heim wollen. „Die ambulant betreute Wohnform ist eine sehr gute Alternative zum Heim“, sagte Rost. Der Vorteil sei: Hier leben die Bewohner selbstbestimmt, entscheiden selbst über den Pflegedienst, die Mitbewohner oder was gekocht wird.

Freude über die Eröffnung: Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe, Torsten Rost vom Stift Hospital St. Elisabeth, Niederhones Ortsvorsteher Jürgen Gonnermann und Eschweges erster Stadtrat Reiner Brill.

Neben den zwölf WG-Zimmern gibt es im ersten Stock des Hauses auch zwei kleine Wohnungen. Dort lebt seit dem 1. Dezember Irmhilde Heine, als erste Bewohnerin des Hauses. „Ich freue mich, wenn unten bald Leute einziehen, dann ist auch nachts immer wer da, wenn mal etwas ist“, sagte sie.

Heine ist 79 Jahre alt und aus Jestädt in die betreute Wohnung gezogen. Aus Überzeugung, denn sie möchte so lange wie möglich selbstständig leben. Und genau darum geht es: Möglichst lang, möglichst selbstständig bis ins hohe Alter leben. „Dies ist das erste Haus dieser Art im Kreis und hat Modellcharakter“, waren sich alle Redner einig. Erster Stadtrat Reiner Brill hatte die Idee vor sechs Jahren aus dem baden-württembergischen Eichstetten mitgebracht: „Das Grundprinzip ist, dass sich eine kleine Solidargemeinschaft wie Niederhone für die älteren Mitmenschen verantwortlich fühlt.“ Und Niederhone habe eine sehr gute Infarstruktur - Arzt, Apotheke, Einkaufsgeschäfte - alles ist um die Ecke. Das genießt auch Heine: „Ich habe hier alles, was ich brauche.“

Insgesamt kostet die Betreuung 850 Euro pro Person und Monat, dazu kommen dann noch 310 Euro Miete sowie Haushaltsgeld. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Bewohner ihr Pflegegeld bündeln können, um die Pflegedienste zu bezahlen. Zudem bekommen sie zusätzlich bis zu 200 Euro im Monat, denn die Bewohner selbst müssen alles organisieren. „Hier gibt es keinen Träger, der alles vorgibt“, erklärte Rost. Deshalb seien auch die Zimmer nicht möbliert: „Die Bewohner selbst sollen das Haus in Besitz nehmen und sich hier ein neues Zuhause schaffen.“

Erste Senioren-WG im Kreis eröffnet

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