Zwölf im Schnitt

Erzieher aus dem Kreis kümmern sich hessenweit um die meisten Kinder

Eschwege. Eine Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass der Werra-Meißner-Kreis in den Personalbedingungen in Kindertagesstätten in Hessen und in allen westlichen Landkreisen das Schlusslicht bildet.

Analysiert wurden in dem „Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2017“ Personalbedingungen bei den Drei- bis Sechsjährigen: Im gesamtdeutschen Durchschnitt werden 9,2 Kinder ganztags von einer vollzeitbeschäftigten Fachkraft betreut. Im Werra-Meißner-Kreis liegt der Wert bei 11,9 Kindern.

„Das ist nur eine Rechengröße und sagt nichts über die Qualität der Betreuung aus, trotzdem ist das eine sehr traurige Bilanz“, kommentiert Dr. Lothar Kilian, stellvertretender Sprecher der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Werra-Meißner das Ergebnis. „Die Teams vor Ort leisten eine sehr gute Arbeit unter erschwerten Bedingungen, wir müssen die Bedingungen verbessern“ fordert die Wohlfahrtspflege.

Die Träger der Kindertagesstätten sehen in den Ergebnissen der Studie Kritik und Handlungsempfehlung: Es müsse dringend in die Qualität der Kindertagesstätten investiert werden, damit der Werra-Meißner-Kreis die Schlusslichtposition verlassen könne. „Eine gute Kita-Qualität ist der Schlüssel für die Bildungs- und Teilhabe-Chancen der Kinder, eine gute Qualität ist aber auch ein Standortmerkmal einer Region“, erklärte Christoph Dühr, Vorsitzender der Kita-Träger.

Die Aufgabenfülle und die Belastung des Fachpersonals sei mit der Einführung des Kinderförderungsgesetzes (KiföG) der Hessischen Landesregierung erheblich gestiegen. Weiter geht aus der Studie hervor, dass das Land Hessen die Kommunen nur mit 23,4 Prozent der Kosten unterstützt, die Kommunen müssen 62,8 Prozent tragen. In anderen Bundesländern wie Bayern und Nordrhein-Westfalen übernimmt das Land 40 Prozent der Kosten.

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