Baden im Sommer

Mehr Badeunfälle befürchtet: DLRG empfiehlt, nur unter Aufsicht in Seen zu schwimmen

Werratalsee zwischen Eschwege und Meinhard
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Mehr Badeunfälle befürchtet: DLRG empfiehlt, nur unter Aufsicht in Seen zu schwimmen

Die strahlende Sonne und die heißen Temperaturen laden zur Abkühlung ein. Doch Baden in Seen und Flüssen kann gefährlich werden.

Werra-Meißner – Weil Freibäder die Besucherzahlen seit Beginn der Corona-Pandemie herunterschrauben mussten oder in diesem Jahr ganz geschlossen bleiben, zieht es viele Badende an die Seen und Flüsse in Hessen und im Werra-Meißner-Kreis – gerade jetzt bei den sommerlichen Temperaturen. Durch die steigende Zahl der Schwimmer rechnen die Ortsgruppen der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mit mehr Badeunfällen.

Wer Alkohol getrunken hat und dann ins Wasser geht, bei dem kann es zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen.

Jens Stöber, technischer Leiter der DLRG-Ortsgruppe Witzenhausen

Jens Stöber, technischer Leiter der DLRG-Ortsgruppe Witzenhausen befürchtet, dass die Seeufer in diesem Jahr zu beliebten Partytreffpunkten im Freien werden könnten. Doch gerade dort, wo Baden verboten ist, seien die Feiern in und am Wasser riskant.

„Wer Alkohol getrunken hat und dann ins Wasser geht, bei dem kann es zu Herz-Kreislauf-Problemen kommen“, sagt Stöber. Denn anders als im Freibad herrschten in Flüssen und Seen Temperaturschwankungen von bis zu fünf Grad. „Nach Alkoholkonsum weiten sich die Gefäße noch zusätzlich. Das ist gefährlich“, warnt der Experte.

Rund um Witzenhausen empfiehlt er, wenn, dann nur im Grünen See bei Witzenhausen Baden zu gehen. Über eine Notrufsäule am Seeufer kann auch hier im Fall eines Badeunglücks Hilfe gerufen werden. „Trotzdem dauert es zehn Minuten, bis wir am See sind“, warnt Jens Stöber und hat noch einen Tipp.

„Wenn kein Schild am Ufer steht, bedeutet das nicht, dass Baden erlaubt ist.“ Nur über die Seite der DLRG oder über einen Anruf bei der Gemeinde lasse sich herausfinden, ob ein Gewässer zum Baden freigegeben sei, erklärt Stöber.

Schon zahlreiche Badeunfälle in diesem Jahr

Die heißen Temperaturen der vergangenen Tage führten auch zu mehr Badeunfällen. Allein in der vergangenen Woche sind nach einer Auflistung von Spiegel-Online insgesamt elf Menschen vor allem in Seen und Flüssen gestorben, weitere Personen werden vermisst. In Eschweges Partnerstadt Regen (Bayern) starb ein Mann beim Versuch, seinen drei Jahre alten Sohn aus dem gleichnamigen Fluss zu retten. Im Werratalsee bei Eschwege ertrank am 1. Juni ein 33-Jähriger. (ts)

Die DLRG Eschwege-Wanfried ist in diesem Jahr in erster Linie für die Badestelle am Südufer bei Eschwege zuständig. An den Wochenenden zwischen Mai und September und in den Sommerferien sorgen sie hier für die Badeaufsicht. Für die Zeiten, in denen keine Rettungsschwimmer vor Ort sind, wurden in diesem Jahr am Süd- und Ostufer ebenfalls Notrufsäulen aufgebaut.

Ein Knopfdruck auf die Säule und der Hilfesuchende ist mit der Leitstelle Werra-Meißner verbunden. Vorsitzender Axel Thormann gibt zur Gefahrvermeidung noch folgende Tipps:

  • Mit Baderegeln vertraut machen.
  • Bei Kontakt mit Wasserpflanzen nicht in Panik verfallen, auf den Rücken drehen.
  • Nicht aufgeheizt ins Wasser gehen.
  • Wer Hilfe braucht, hebt die Hände.

Von Kim Hornickel und Tobias Stück

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