In Eschwege aufgewachsen: Sascha Quanz wird zum Professor ernannt

Seit Mai Professor: Astrophysiker Sascha Quanz von der ETH Zürich ist in Eschwege aufgewachsen. Foto: privat/nh

Der aus Eschwege stammende Astrophysiker Sascha Quanz wurde zum Professor für Exoplaneten und Habitabilität ernannt. 

Zum Mond fliegen wollen viele Kinder. An dem Berufswunsch festzuhalten, schaffen nur die Wenigsten. Denn zwischen dem Traum vom Astronauten und der tatsächlichen Erforschung des Weltraums liegen – um im Bild zu bleieben – Lichtjahre und ein extrem anspruchsvolles Studium. Einer, der es geschafft hat, ist der Eschweger Sascha Quanz. Mehr noch: Der Astrophysiker von der ETH Zürich wurde gerade zum Professor für Exoplaneten (Himmelskörper außerhalb unseres Sonnensystems) und Habitabilität (Planeten, auf denen Leben möglich ist) ernannt.

Mitarbeiter an der ETH Zürich

Der 40-Jährige, zurzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH Zürich, wurde zum außerordentlichen Professor für Exoplaneten und Habitabiliät im Departement Physik ernannt. Quanz ist nach Angaben des ETH-Präsident Joël Mesot „ein international gut vernetzter Wissenschaftler“. Er untersucht die Entstehung von neuen Planetensystemen sowie die physikalischen und atmosphärischen Eigenschaften von extrasolaren Planeten.

Internationale Bekanntheit hat Quanz als Leiter eines Forschungsteams erlangt, das 2013 wahrscheinlich zum ersten Mal einen Planeten direkt beobachtet hat, der noch in die dicke Scheibe aus Gas und Staub eingebettet ist, aus der er sich gerade bildet. Der Planet ist vergleichbar mit dem Jupiter aus unserem Sonnensystem. Die Zeitskalen für Veränderungen sind aber schwer zu fassen. Erst in einigen hunderttausend Jahren wird er wohl fertig sein.

Quanz‘ Forschungen sind letztlich aber Teil des großen Ganzen. Die Frage nach einer zweiten Erde oder Leben im All außerhalb unserer Erde treibt jeden Astronomen um. Auch Sascha Quanz. „Ziel unserer Forschung ist es, dass wir irgendwann die Technologie haben, zumindest für Sterne in unmittelbarer Nähe unserer Sonne, erdähnliche Planeten direkt zu beobachten und nach Indizien für Leben zu untersuchen.“

„Mit der Berufung von Sascha Quanz besetzt das Departement Physik eines der dynamischsten Forschungsfelder der modernen Astrophysik“, sagt ETH-Präsident Joël Mesot.

Internationale Erfolge

Trotz seiner internationalen Erfolge hängt Quanz’ Herz an Eschwege, das er nach wie vor als seine Heimat bezeichnet. Hier hat er recht erfolgreich Tennis bei TC 51 und Handball in der Zweitliga-Mannschaft des ETSV gespielt. „Natürlich erinnere ich mich noch ganz intensiv an meine Jugend in Eschwege, pflege noch die ein und andere Freundschaft und freue mich auf jeden Besuch aus Eschwege oder in Eschwege“, grüßt Sascha Quanz gegenüber unserer Zeitung zum Johannisfest alle Dietemänner. 

„Vielleicht führen unsere beruflichen Wege auch meine Familie und mich wieder nach Deutschland zurück. Aber vorerst fühlen sich meine Frau und ich, aber auch unsere Kinder, in der gastfreundlichen Schweiz sehr wohl.“

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