Keimzahlen für Vogelkot waren über vier Jahre dreimal erhöht

Badeverbot für Südufer des Werratalsees droht

Eschwege. Für den Strandabschnitt am Südufer des Werratalsees droht für die kommende Saison ein Badeverbot.

Diese Möglichkeit haben die Stadt Eschwege und das Gesundheitsamt des Werra-Meißner-Kreises jetzt in Aussicht gestellt. Aufgrund der EU-Richtlinie über die Qualität von Badegewässer haben Messungen ergeben, dass über einen Zeitraum von vier Jahren mehrfach erhöhte Keimzahlen bei den Intestinalen Enterokokken festgestellt wurden. Für das Ostufer bei Schwebda droht ein Verbot aus dem gleichen Grund für 2019.

Intestinale Enterokokken sind der Leitindikator für Vogelkot im Wasser. Der wird im Werratalsee hauptsächlich durch Wildgänse verursacht. Im Fall des Südufers auf Eschweger Seite sind nach Angaben von Stadt und Kreis drei Messwerte für die drohenden Sanktionen ausschlaggebend. Am 26. August 2014 lag der Messwert bei 5700 KBE/ 100 ml. Erlaubt sind 700 KBE/ 100 ml. „Weil der Wert 60-mal höher lag als bei den sonstigen Proben, haben wir eine Nachbeprobung veranlasst“, berichtet Bürgermeister Alexander Heppe. Die Werte lagen dann wieder im Normalbereich bei 94 KBE/ 100 ml. Im Juli 2016 und August 2017 wurden dann noch mal erhöhte Werte von 560 KBE/ 100 ml und 670 KBE/100 ml gemessen. „Also auch noch unter den kritischen Grenzwerten“, sagt Dr. Rainer Wallmann, Umweltdezernent des Werra-Meißner-Kreises. 

Für die EU zähle aber eine Gesamtbetrachtung über vier Jahre. „Für uns ist dieser Algorithmus nicht nachvollziehbar“, sagt Wallmann. Gemäß der EU-Richtlinie, die nur auf Intestinale Enterokokken – nicht auf Cyanobakterien – untersucht, gilt die Wasserqualität des Werratalsees damit ab Mai als mangelhaft. Deshalb wird ein Badeverbot verhängt. Mit den Stadtwerken ist verabredet, dass Eschweger Kinder und Jugendliche sowie Campingplatzbesucher für das Eschweger Schwimmbad Freikarten bekommen.

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