Corona-Krise und die Bierbrauer

Eschweger Klosterbrauerei verzeichnet durch Corona massiven Einbruch bei Fassbier

Eschweger Klosterbrauerei: ein Mitarbeiter bei der Verladung des in Flaschen abgefüllten Bieres.
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Eschweger Klosterbrauerei: ein Mitarbeiter bei der Verladung des in Flaschen abgefüllten Bieres. Wegen Corona gibt es einen Umsatzeinbruch.

Geschlossene Kneipen und Restaurants, abgesagte Veranstaltungen und Feste: Die Coronakrise sorgt bei den Brauereien in der Region für einen massiven Einbruch beim Bierabsatz.

Eschwege/Baunatal/Einbeck – Wir haben uns bei den größten Brauereien der Region umgehört, wie sie mit der Corona-Krise zu kämpfen haben. Ein Überblick.

Massive Einbrüche beim Bier-Umsatz: Fassbierabsatz bei der Eschweger Kloster-Brauerei

Auch die Eschweger Klosterbrauerei trifft die Corona-Krise hart. „Im Fassbierabsatz haben wir massive Umsatzeinbrüche durch die Einschränkungen für die Gastronomie und den Wegfall der Festveranstaltungen. Allen voran die Stadtfeste, Kirmessen, Erntefeste aber auch die Geburtstagsfeiern und Hochzeiten fehlen“, sagt Vertriebsleiter Henrik Stelzner. Einschränkungen im Vereinsleben und nicht stattfindende Sportveranstaltungen führten auch zu Absatzrückgängen beim Flaschen-Bier.

Die Konsequenz: Kurzarbeit für die 33 Mitarbeiter und eine gedrosselte Produktion. Auf das Weihnachtsgeschäft hofft Stelzner nicht: „Unsere Gastro-Kunden leiden erheblich unter den nicht stattfindenden Weihnachtsfeiern, Gänseessen und dann noch folgenden fehlenden Silvesterpartys. Hier leiden wir als Brauerei natürlich entsprechend mit.“

Corona-Bedingtes Bier-Tief: Hütt-Brauerei aus Baunatal schickt Mitarbeiter teilweise in Kurzarbeit

Wie nahezu jedes privat geführte Unternehmen in Deutschland spüre auch Hütt die Auswirkungen der Corona-Pandemie, teilt das Baunataler Unternehmen mit. „Durch den Wegfall der sonst relativ stabilen und dadurch vorhersehbaren Nachfrage aus dem Gastronomiebereich sind auch unsere Absatzzahlen rückläufig.

Damit einher geht selbstverständlich ein gewisser Umsatzeinbruch.“ Besonders träfen Hütt die Rückgänge beim Fass-Bier wegen fehlender Veranstaltungen im Bereich des Vereinssponsorings der Brauerei und die nicht stattgefundene HNA Wiesn 2020. „In der Spitze verzeichnen wir dort ein Defizit von 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.“

Bier zu Nikolaus: Corona macht Bier-Drive-In möglich

Die Brauerei habe ihre aktuell 35 Mitarbeiter teilweise in Kurzarbeit geschickt und die Produktion der gesunkenen Nachfrage angepasst sowie Überbrückungshilfe II für den Zeitraum September bis Dezember beantragt. Der Krise will Hütt überdies mit neuen Sorten trotzen, die gerade entwickelt werden.

Zudem plant die Brauerei einen Drive-in-Nikolausabverkauf. Dem Weihnachtsgeschäft sieht die Brauerei skeptisch entgegen, der Appell von Hütt-Geschäftsführer Kai Salzmann: „Drink local“ – Trinken Sie lokal.

Einbecker-Brauerei muss staatliche Hilfen in Anspruch nehmen

„Wir haben massiv unter der Corona-Krise zu leiden“, sagt auch der Pressesprecher der Einbecker-Brauerei Ulrich Meiser. Aufgrund der Schließung von Gastronomien und Kneipen sei der Fassbierverkauf in diesem Jahr um etwa die Hälfte eingebrochen. Der Flaschen-Bier-Verkauf habe hingegen leicht zugenommen.

Da die Margen dort aber geringer seien, gleiche das den Verlust finanziell nicht aus. Dabei habe die Einführung des neuen alkoholfreien, naturbelassenen Bier-Mischgetränks Hopfenfrucht geholfen, das trotz Corona auf den Markt gebracht worden und gut angelaufen sei.

Wegen der Krise habe das Unternehmen mit 150 Beschäftigten je nach Funktion Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Der Gastronomie-Außendienst sei monatelang faktisch arbeitslos gewesen, so Meiser. Mitarbeiter aus der Fassabfüllung seien in der Flaschenabfüllung eingesetzt worden. Neben dem Instrument der Kurzarbeit habe Einbecker keine staatlichen Hilfsangebote wahrgenommen. (Nicole Schippers)

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