Demonstration

Menschenkette für den Frieden - so viele Demonstranten waren dabei

Menschen laufen in einer Reihe und sind durch Bänder miteinander verbunden.
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Vom örtlichen Parteibüro der SPD an der Wendischen Mark zu dem der CDU in der Herrengasse spannte sich die Menschenkette für den Frieden – die Teilnehmer waren durch bunte Bänder verbunden.

Sie demonstrierten für eine schnelle Abrüstung: In Eschwege zogen Demonstranten durch die Innenstadt.

Eschwege – Bunte Bänder, Peace-Fahnen und Banner mit Forderungen verbinden die zirka 50 Teilnehmer, die eine Menschenkette bilden, mit dieser in der Eschweger Innenstadt auf ihre Ziele aufmerksam machen. Am Samstagvormittag fand anlässlich des internationalen Antikriegstags am 1. September eine Friedensveranstaltung in Eschwege statt.

Gemeinsam hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund, das Friedensforum Werra-Meißner und die Friedensfabrik Wanfried eine Menschenkette organisiert, die sich vom örtlichen Parteibüro der SPD an der Wendischen Mark zu dem der CDU in der Herrengasse bewegte, da es die beiden Regierungsparteien waren, die die Aktivisten mit ihren Forderungen erreichen wollten.

„Die 20 Atombomben, die in Büchel lagern, müssen raus“, erklärte Andreas Heine vom Friedensforum Werra-Meißner, erinnerte zu Beginn der Kundgebung am Stad daran, dass sich der Deutsche Bundestag bereits am 26. März 2010 fraktionsübergreifend für den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland ausgesprochen hatte.

Friedensdemo in Eschwege

Mit Blick auf das Atomwaffenverbot, auf das sich 122 UN-Mitglieder im Juli 2017 geeinigt haben und dessen Vertrag 90 Tage nach der Hinterlegung der 50. Ratifikationsurkunde in Kraft tritt, sagte Dr. Henry Stahl von der Internationalen Ärztevereinigung gegen den Atomkrieg (IPPNW): „Es gibt Hoffnung.“

Deutschland könne eine große Rolle hierfür spielen, mit seinem Beitritt andere Staaten zur Ratifikation des Vertrags bewegen. „Atomwaffen sind keine normalen Waffen“, betonte Felix Martin (Bündnis 90/ Die Grünen) mit Blick darauf, dass diese nicht zwischen ziviler Bevölkerung und Soldaten unterscheiden, und auf ihre Nachwirkungen.

Über das Zwei-Prozent-Ziel der Nato sagte er, dass das Bruttoinlandsprodukt nichts über die Bevölkerungszahl eines Landes aussage und somit nicht die Ausgaben für die Verteidigung angeben könne.

Eine weitere Forderung der Aktivisten an die Bundesregierung ist die, Milliardenbeträge nicht für Rüstung und Krieg auszugeben, sondern stattdessen in die Bereiche Gesundheit, Bildung, Klimaschutz, Verkehrswende und sozialen Wohnungsbau zu investieren, wobei die Redner darauf eingingen, dass im vergangenen Jahr weltweit 1,9 Billionen US-Dollar in die Rüstung geflossen sind.

Menschenkette für eine schnelle Abrüstung

„Es ist Geld da“, betonte Reiner Braun, Co-Präsident des International Peace Bureaus und Sprecher der Kooperation für den Frieden, mit Blick auf die Bereiche, in denen es dagegen an Investitionen fehle. Er plädierte dafür, Rüstungsunternehmen zu konvertieren, was angemessen bezahlte Arbeitsplätze schaffe und sichere.

Am Ende richtete er den Appell an die zirka 100 Zuhörer, gegen Rechtsradikalismus aufzustehen und noch mehr auf die Straßen zu gehen. Dies sprach auch Knut John (SPD) an, dankte denjenigen, die sich so für den Frieden engagieren, und betonte, dass sich die SPD schon immer für Frieden und Freiheit einsetze.

„Setzt euch dafür ein, dass der Weltfrieden nicht nur ein Wort ist, sondern Realität wird – ohne Waffengewalt“, trug Anja Neumann-Achtelik, DGB-Kreisvorsitzende, nach der Forderung, den UN-Vertrag über das Atomwaffenverbot zu unterzeichnen und sich von der Zwei-Prozent-Vorgabe zu lösen, die letzte dieser an die Bundesregierung gestellten Forderungen vor.

Den Blick auf vom Krieg betroffene Länder weitete Wolfgang Lieberknecht, Gründer der Friedensfabrik Wanfried. Die Zuhörer wurden gebeten, die Listen mit den Forderungen der Ab- statt Aufrüstung, dem Unterzeichnen des UN-Atomwaffenverbots, dem Stopp der Rekrutierung Minderjähriger durch die Bundeswehr und Geld für Gesundheit statt für Rüstung zu unterzeichnen. (Von Eden Sophie Rimbach)

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