Wandelbare Möbelstücke

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Mehr als nur eine Sitzgelegenheit: Auf der Wandelbank können sich die Nutzer nebeneinander und auch gegenüber setzen. Annika Grimm (links) hat mit ihrem Möbelstück den ersten Platz gemacht. Neben ihr sitzt Kommilitonin Monika Korth.

Eschwege. Raumsparendes Denken, bodenständige Konstruktion, einfach zu fertigen. Dies waren die Kriterien, die die sechsköpfige Jury im Designwettbewerb für regionalspezifische Möbel des Vereins für Regionalentwicklung überzeugten.

Der Designwettbewerb „Einfach ein Möbel - von hier!“, den der Verein zusammen mit dem Werra-Meißner-Kreis auslobte, stand im Rahmen des Modellvorhabens LandZukunft des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Ziel sollte es sein, ein junges, regionaltypisches Möbelstück zu entwerfen, vorzugsweise aus heimischen Hölzern und in Massivbauweise. Denn die Möbel sollten einfach zu fertigen und zur Weiterentwicklung einer regionalen Möbelserie geeignet sein. 23 Stücke wurden eingereicht, die von den Studenten der Peter Behrens School of Architecture in Düsseldorf und Studenten der Hochschule Ostwestfalen-Lippe angefertigt wurden. Und die jungen Designer hatten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Die meisten Modelle waren praktisch und vor allem wandelbar. Am besten gefiel den Juroren schließlich auch die „Wandelbank“ von Annika Grimm, Designstudentin der Fachhochschule Düsseldorf. Bei dieser kann die Rückenlehne, die aus einzelnen beweglichen Hölzern besteht, in jede Richtung individuell angeordnet werden, so dass die Benutzer nebeneinander sitzen können, aber auch gegenüber. „Die Wandelbank ist mehr als nur eine Bank“, sagt Annika Grimm selbstbewusst. „Sie ist verspielt, die Lehne ist funktional und so wird das Möbelstück gleich zum Kommunikationsort.“ Auch der Tisch „Flip“ von Silvana Hecklinger, bei dem man einzelne Elemente der Tischplatte wenden kann, gefiel der Jury, ebenso wie die stapelbaren Hocker von Anita Widera oder die Café-Hocker von Katharina Luczack, die man durch das Auflegen einer Platte zum Tisch umfunktionieren kann. „Die Entwürfe der Möbel sollen nun an die Tischlerinnung gehen, um dort zu überlegen, welche der Stücke man für die heimische Produktion übernehmen und auf den Markt bringen kann“, sagte Sabine Wilke vom Verein für Regionalentwicklung.

Verjüngung im Schloss

Auch Landrat Stefan Reuß zeigte sich bei der Preisverleihung beeindruckt von den Entwürfen und bot den Nachwuchsdesignern nicht ganz uneigennützig an, sie könnten die Prototypen doch gleich im Landgrafenschloss stehen lassen, um dort das überalterte Mobiliar etwas zu verjüngen.

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