WR-Interview mit Bürgermeister Alexander Heppe

„Eschwege ist eine positive Stadt“

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Die Eschweger Neubürger setzen sich keineswegs nur aus älteren Semestern zusammen. Menschen jeden Alters kommen nach Eschwege, um hier zu leben. Foto

Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe war sofort dabei, als WR-Chefredakteur Dieter Salzmann die Stadtverwaltung als Mitorganisator des am kommenden Sonntag bevorstehenden Neubürgerfestes ins Boot holen wollte. Der Verwaltungschef spricht angesichts der Idee von einer „großartigen Gelegenheit für die Stadtgesellschaft, ihren neuen Mitgliedern die Hand entgegen zustrecken“.

Eschwege bekommt jährlich rund 1000 neue Bürger. Diese Zahl hat vor dem Hintergrund der mitunter düsteren demografischen Prognosen viele überrascht. Oder ziehen etwa nur alte Menschen in die Kreisstadt, um hier im Seniorenwohnheim unterzukommen?

Alexander Heppe: Nein, so ist das keineswegs. Die neuen Einwohner, die zu uns nach Eschwege kommen, sind nicht ausschließlich ältere Menschen. Wir haben es vielmehr mit einer gesunden Durchmischung zu tun. Es sind auch viele Familien mit Kindern neu in unsere Stadt gezogen, genauso wie Menschen im mittleren Lebensalter, die hier zum Beispiel auch eine neue Arbeit gefunden haben. Interessant ist, dass wir insgesamt mehr Zu- als Wegzüge haben. Das zeigt, dass unsere Stadt attraktiv und lebendig ist und sich hier auch wirklich viel bewegt.

Das klingt ja fast so, als wäre Eschwege auf dem beste Wege, dem demografischen Wandel zu entkommen?

Alexander Heppe: Nun, zumindest können wir hier doch im Hinblick auf die hohe Zahl der Neubürger feststellen, dass es doch nicht ganz so düster aussieht, wie es so mancher Wissenschaftler gerne mal voraussagt. Auch im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung lässt sich feststellen, dass viele Neubürger nach Eschwege gezogen sind, weil sie hier einen neuen Job gefunden haben, etwa die sehr positive Entwicklung in der Innenstadt mit einigen Neueröffnungen von Geschäften hat viel dazu beigetragen, dass hier neue interessante Arbeitsplätze entstehen konnten. Dennoch müssen wir feststellen, dass die Gesamteinwohnerzahl in allen Stadtteilen insgesamt rückläufig bleibt, das ist eben der überalternden Gesellschaft zu schulden. Aber es gelingt uns sehr gut, diesen Wandel in der Bevölkerungsstruktur eben auch als Chance zu begreifen.

Ein Phänomen, das unter anderem oft dem demografischen Wandel zugeschrieben wird, ist ja auch die Tatsache, dass die Vereine schrumpfen und sich immer weniger junge Leute finden, die bereit sind, sich zu engagieren.

Alexander Heppe: Das ist tatsächlich nachweisbar und bedeutet für die Vereine, dass sie sich künftig neu aufstellen müssen, wenn es um die Werbung und Einbindung neuer Mitglieder geht. Leute sind heute für projektbezogenes Engagement eher zu gewinnen. Sie wollen sich nicht darauf einlassen, jahrzehntelang den Schriftführer zu machen. Gerade das Neubürgerfest bietet den Vereinen und Gruppen eine wunderbare Plattform, auch solche Möglichkeiten des Engagements anzubieten und die Neubürger so einzuladen, ihre Arbeit kennenzulernen. Genau dann wird die Idee des Neubürgerfestes, nämlich neue Einwohner an die Hand zu nehmen und ihnen die vielen Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in Eschwege aufzuzeigen, sowohl für die Vereine als auch für die Besucher gewinnbringend.

Ist denn in Eschwege auch wirklich für jeden etwas dabei? Alexander Heppe: Diese Frage kann ich wohl ganz eindeutig und stolz bejahen: Unsere Vereinslandschaft in Eschwege ist nach wie vor unglaublich reichhaltig und abwechslungsreich, und das wirklich für alle Generationen. Ich lade hiermit auch noch einmal alle Neubürger genauso wie die alteingessesenen Eschweger ein, an dieser besonderen Veranstaltung im E-Werk teilzunehmen und damit unter Beweis zu stellen, dass sie daran interessiert sind, aktive Mitglieder ihrer Stadtgesellschaft zu sein. Eschwege ist eine positive Stadt und das merkt man den Menschen hier auch an. (ms)

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