Fels in der Festivalbrandung: Open-Flair-Chef Alexander Feiertag

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Alles im Blick: Eine gute Organisation ist alles, findet Alexander Feiertag, und so hat er während des Festivals nicht mehr allzu viel zu tun, aber dennoch behält er über alles auf dem Platz den Überblick.

Er ist das Gesicht des Open-Flair: Cheforganisator Alexander Feiertag. Wir sprachen mit ihm über die Organisation und wie er das Festival erlebt.

Herr Feiertag, Sie wirken bei allem Trubel auf dem Platz immer wie ein Fels in der Brandung, wie bleiben sie so ruhig?
Alexander Feiertag:
Ich blicke ja mittlerweile auf 28 Jahre Open-Flair-Erfahrung zurück und in all den Jahren habe ich eines gelernt: bei Stress Ruhe bewahren. Je größer der Stress wird, desto ruhiger werde ich. Wenn man dann alles der Reihe nach ruhig abarbeitet, dann vergisst man auch nichts.

 

28 Jahre Open Flair, wird es eigentlich nie langweilig?

Feiertag: Nein, jedes Jahr ist anders, es passiert was anderes und vor allem geht jedes Jahr was anderes schief. Man muss immer wieder improvisieren und das macht es spannend. Diese stressige Zeit vor dem Festival und dann am Ende das Erfolgserlebnis wenn alles geklappt hat, das gehört für mich schon richtig zum Jahresablauf dazu.

 

Was ist das Flair am Flair?
Feiertag:
Beim Open-Flair merkt man, dass ein Verein dahinter steht der ehrenamtlich und liebevoll das Festival gestaltet. Was uns zudem von anderen Festivals abhebt ist die besondere Kombination aus See und Stadtnähe und die zusätzlichen Aktivitäten, wie Kleinkunstzelt und Workacts, das ist alles einzigartig und macht das besondere Flair aus. Das bestätigen uns auch die Künstler, die beauftragten Firmen sowie die Besucher.

 

Auf welchen Auftritt freuen Sie sich am meisten?

Feiertag: Ich freue mich besonders auf Korn. Aber mein ganz persönliches Highlight wird der Auftritt von Betontod. Den werde ich mit meinen drei Kindern erleben, die mich in den vergangenen Herbstferien nichts anderes haben hören lassen (schmunzelt).

 

Die Vorbereitungen für das Flair waren ja besonders früh abgeschlossen, gibt es vielleicht im nächsten Jahr einen Tag mehr?

Feiertag: Tatsächlich hätten wir einen Tag eher anfangen können. Das alles so reibungslos und schnell lief liegt an der super Mannschaft, die mit vollem Einsatz dabei ist. Viele sind schon seit Jahren im Team und da ist alles gut eingespielt. Wir arbeiten jedes Jahr daran das Festival zu optimieren, aber ein zusätzlicher Tag ist derzeit nicht geplant.

Nun ist ja alles soweit vorbereitet, was machen Sie während des Festivals?

Feiertag:Während des Festivals mache ich Urlaub (lacht). Die beste Organisation ist, wenn man alles vor dem Festival geklärt hat, und das klappt eigentlich immer. Dann habe ich während des Flair eigentlich nicht mehr viel zu tun. Einfach nur die Musik genießen geht aber auch nicht, so eine gewisse Anspannung bleibt eben immer. Ich nutze die Zeit auch, um schon mal Kontakte zu knüpfen für das nächste Flair.

Alexander Feiertag beim Open Flair 1986.

In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal eine zusätzliche Brücke über die Werra, wann ist die Idee dazu entstanden?

Feiertag: Ich wollte die Brücke für Versorgungsfahrzeuge bereits vergangenes Jahr, um die Mangelgasse zu entlasten. Das ist allerdings an der Bürokratie gescheitert. In diesem Jahr haben wir früher mit den Bauanträgen angefangen und und hatten genug Zeit die notwendigen Gutachten erarbeiten zu lassen.

Gibt es auch Pläne, wie man einen leichteren Zugang zur Seebühne schaffen kann?

Feiertag: Wir haben da schon oft drüber nachgedacht, aber der einzige Weg würde über die Kleingartenanlage führen und da sind die Wege einfach zu eng und die Gefahr zu groß, dass Festivalbesucher dort Schabernack treiben. Von daher gibt es nur den Weg Außenrum. Bislang hat sich darüber auch noch kein Festivalbesucher beschwert.

Gibt es Ideen, dass Festival zu vergrößern oder aus der Stadt zu verlegen?

 Feiertag: Nein, das Open-Flair bleibt auf dem Werdchen und das hat nun einmal eine bestimmte Größe die maßgebend für das Festival ist. So lange man mit dieser Größe das Festival finanzieren kann, so lange bleibt es so.

In Wacken gab es einen Todesfall unter den Festival-Campern, haben Sie Angst, so etwas könnte hier auch passieren?
Feiertag:
Natürlich, wir versuchen alles, um es so sicher wie möglich zu machen, es gibt sogar eine medizinische Versorgung. Zwei Ärzte sind jeden Tag bis 2 Uhr nachts auf dem Gelände, um eine ambulante Versorgung zu sichern. Auch der Sicherheitsdienst achtet darauf, dass die Regeln eingehalten werden, so dass beispielsweise kein offenes Feuer angezündet wird. Allerdings kann man nicht alles ausschließen und einige Chaoten gibt es immer. Letztes Jahr gab es Trockeneisbomben, in diesem Jahr ist das mitbringen von Trockeneis verboten.

 

Nach dem Flair ist vor dem Flair. Ab Montag null Uhr gibt es die Karten für das nächste Jahr, gibt es auch schon Pläne?
Feiertag: 
 Klar, aber darüber erzähle ich nichts (lacht). Es ist schon einiges angedacht, aber noch nichts spruchreif. Ich bin aber guter Dinge. Ab Montag gibt es die Karten, die ersten 1000 zum Sonderpreis von 59 Euro.

Von Diana Rissmann

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