„Sport hat enorme Integrationskraft“

Sportkreis und Verwaltung informierten Vereine zur Integration von Flüchtlingen

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Unterstützer und Referenten: Tina Schott (von links), Thomas Freitag, Markus Claus, Horst Hartmann, Stefanie Saame, Herbert Anacker, Angelika Ribler und Peter Schreiber.

Eschwege. Welche Möglichkeiten gibt es für Sportvereine, Flüchtlinge aufzunehmen? Um diese und andere Fragen zu klären, hatte der Sportkreise Werra-Meißner zusammen mit der Kreisverwaltung am Dienstagabend Vereine zu einer Informationsveranstaltung geladen.

Flüchtlinge sind versichert

Angelika Ribler von der Sportjugend Hessen erklärte, wie die Krankenversicherung von Flüchtlingen geregelt ist und dass es zusätzlich eine Versicherung des Landessportbundes gibt. Zudem müssten die Flüchtlinge nicht Mitglied im Verein sein, um an den Sportangeboten teilnehmen zu können. „Erst wenn beispielsweise ein Spielerpass benötigt wird, ist dies notwendig“, sagte sie. Eine gesonderte ärztliche Untersuchung kann entfallen, weil alle Flüchtlinge bei der Ankunft in einer Erstaufnahmeeinrichtung untersucht werden.

Positive Beispiele 

Am Beispiel des Projektes „Sportcoach“ erklärte Ribler, wie der Kontakt zwischen den Flüchtlingen und den Vereinen zustande kommen kann. Bei diesem Projekt bauen freiwillige „Sportcoaches“ ein Netzwerk aus den Übungsleitern der Vereine, dem örtlichen Sportkreis, den Flüchtlingsbetreuern in den Heimen und der Verwaltung auf, mit dessen Hilfe schnell ein Überblick über Angebote der Vereine und Sportwünsche der Flüchtlinge geschaffen werden kann. „Die Erfahrung hat gezeigt“, sagte Ribler, „dass – wenn der Kontakt erst einmal aufgebaut ist – vieles ganz einfach wird und der Sport eine enorme Integrationskraft hat.“

Positive Beispiele gebe es viele, fügte Herbert Anacker von der Bildungsakademie des Landessportbundes hinzu: In Wolfhagen haben Flüchtlinge einen alten Sportplatz wieder reaktiviert und bespielbar gemacht. Die örtlichen Vereine hätten so neben neuen Spielern auch eine neue Spielstätte bekommen. „Integration kann eine Win-Win-Situation für Flüchtlinge und Vereine sein“, sagte Anacker. Die Mannschaften des FC Eschwege und des VfB Witzenhausen konnten unter den Flüchtlingen bereits viele neue Spieler gewinnen, berichteten Runa Aasland-Jost und Torben Linde von der Arbeiterwohlfahrt Werra-Meißner von positiven Integrationsbeispielen aus dem Werra-Meißner-Kreis. Auch andere Vereine hätten, mit Unterstützung der Ortsvorsteher und Bürgermeister, erste Kontakte zu den Flüchtlingen knüpfen können. „In Witzenhausen gibt es inzwischen auch ein funktionierendes Netzwerk, in dem Aleksandra Zhwolka als ehrenamtliche Koordinatorin Angebote der Vereine und Wünsche der Flüchtlinge miteinander abstimmt und Kontakte vermittelt“, sagten Aasland-Jost und Linde.

Fördermöglichkeiten 

Die Bildungsakademie des Landessportbundes bietet die Broschüre „Raus aus dem Heim, rein ins Trikot“ an, in der alle Informationen nochmals im Detail stehen und gibt Tipps für die Umsetzung. Peter Schreiber von der Sportjugend Hessen berichtete, wie erfolgreich das Bundesförderprogramm „Integration durch Sport“ umgesetzt werden konnte.

Wer sich über die Möglichkeiten für Sportvereine informieren will, kann sich an diese Ansprechpartner wenden:

Kreisverwaltung, Fachdienst Sport

Thomas Freitag th.Freitag@werra-meissner-kreis.de

Tel. 05651-302-3614

Wegweisende Integrationsansätze Realisieren (WIR) - Koordination der Kreisverwaltung

Stefanie Saame Stefanie.Saame@Werra-Meissner-Kreis.de

Tel.: 05651-302-1407

Sportkreis Werra-Meißner e.V. 

· Beauftragter für Integration und Gleichstellung

Markus Claus integration@sk-wm.de

· Servicestelle Sport

Tina Schott tina.schott@sportkreis-werra-meissner.de

Tel. 05652-918303

AWO Arbeiterwohlfahrt Werra-Meißner e.V.

· Koordinatorinnen Flüchtlingsbetreuung

Runa Aasland-Jost runa.aasland-jost@awo-werra-meißner.de

Tel.: 0151-18868415

Tanja Wild tanja.wild@awo-werra-meißner.de

Tel.: 0151-18868411

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