PARADIES GESUCHT (14)

Gartenbesuch: Die Tierretter und ihre Schützlinge

Zwei Personen stehen in ihrem Garten. Im Vordergrund sind Pflanzen.
+
Heike Matthies (rechts) mit ihrem Lebensgefährten Andreas Heine - Sie setzen auf einen tiergerechten Garten.

Zeigt her eure Gärten! Wenn Ferien im eigenen Garten, gerade in der Corona-Zeit, zum Urlaubsersatz werden, ist die WR dabei und wirft in dieser Serie einen Blick in die heimischen Paradiese.

  • Zu Besuch im Garten bei Andreas Heine und Heike Matthies
  • Böcke statt Rasenmäher: Im Garten leben Ernie und Bert.
  • Die beiden Gärtner setzen auf einen tiergerechten Garten.

Eschwege – Nicht nur auf den Straßen ist Heike Matthies mit ihrem Lebensgefährten Andreas Heine unterwegs, um Amphibien zu retten. Auch in ihrem Garten ist der Tierschutz eingezogen. Zwei Schafböcke wohnen hinter ihrem Haus. „Das sind Ernie und Bert, meine lebenden Rasenmäher“, sagt die 56-Jährige und grinst.

Die beiden Schafböcke - Ernie und Bert - wurden vor der Schlachtung gerettet und wohnen nun im Garten.

Die anderthalb- jährigen Schafe hat Matthies vor der Schlachtung gerettet. Platz für die frisch Eingezogenen hat die Eschwegerin in ihrem Garten genug. 3000 Quadratmeter ist ihr Grundstück groß. „Früher hatten wir hier Pferde“, erklärt die Tierliebhaberin und nickt zu einem rot gestrichenen Verschlag hinüber, den jetzt die Böcke bewohnen.

Hinter dem Gartenhäuschen stehen Obstbäume mit dicken Stämmen. „Die Bäume sind über 50 Jahre alt und alte Obstsorten“, erklärt Heike Matthies. Die Artenvielfalt in der Pflanzenwelt zu erhalten ist dem Paar wichtig und Gemüse selbst zu ziehen ist außerdem ein Hobby der beiden. „Andreas kümmert sich viel um unsere Nutzpflanzen“, erzählt die Verwaltungsangestellte.

Im Garten wachsen knallrote Montbretien.

Ablehnend stehen die Hobbygärtner deshalb auch dem, ihrer Ansicht nach zu weit verbreiteten, Trend der Schottergärten gegenüber. Doch das kommende Verbot lässt das Ehepaar hoffen. Statt tristem Grau setzten sie lieber auf eine bunte Pflanzenwelt.

„Es gibt keine Unkräuter, nur Beikräuter“, stellt Matthies fest. Und weil ohne Unkraut auch kein Unkrautvernichter gebraucht wird, setzt das Paar zur Not aufs Rupfen statt auf Chemie, wie Heike Matthies versichert.

Es gibt keine Unkräuter, nur Beikräuter.

Heike Matthies

Das ist auch besser für die treuen Schlappohren des Paares, die über die Wiese tollen. Dabei sind die beiden Hunde nicht die Einzigen, die die Freiheit im Garten von Andreas Heine und Heike Matthies genießen. „Wir haben hier Fledermäuse, die halten sich an den Fensterläden fest“, sagt die 56-Jährige und zeigt auf die roten Holzläden an ihrem Wohnhaus.

Gegenüber der Hauswand steht eine blaue Vogelfutterstelle. „Wir füttern das ganze Jahr über, egal ob Sommer oder Winter“, erklärt Matthies. Wenn dann einzelne Körner auf den Boden fallen, wachse ein bunter Pflanzenstrauß, so die Gartenbesitzer.

Heike Matthies und mit ihrem Hund hinter der Pflanze Natternkopf, die eigentlich als Unkraut gilt.

Gerade bahnt sich ein Natternkopf, eine meist als Unkraut geltende Pflanze, ihren Weg durch den Garten. „Die blauen Pollen bieten Nahrung für Wild- und Honigbienen“, weiß Heike Matthies.

In ihrem tiergerechten Garten können die Pflanzen wild wachsen, beteuert sie, nur das Tannengehölz müsse weichen. „Die verbliebenen Tannen werden jetzt abgemacht und es gibt vielleicht Obstbäume“, plant Heike Matthies. (Von Kim Hornickel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion