Wenn das Leben vorbei ist

Themengottesdienst Elixier beschäftigt sich auf vielfältige Weise mit dem Tod

Beim Minecraft-Spiel während des Elixier-Gottesdienstes: Jonas (links) und Nils im Gespräch. Foto:  Kaiser

Eschwege. Intensiv mit dem Thema Tod auseinandergesetzt haben sich die Besucher des Themengottesdienstes Elixier in der Kreuzkirche in Eschwege.

„Das Leben ist ein Geschenk, aber der Tod gehört dazu“, begrüßte Moderatorin Jasmin die zahlreichen Besucher am Samstagabend in der Kreuzkirche Eschwege zum jungen Gottesdienst der Reihe Elixier. Dieser stand unter dem Thema Game Over und setzte sich intensiv mit dem Tod und dessen Umgang auseinander. Vor und nach der Andacht konnten die Teilnehmer in einem Parcours der Vergänglichkeit und dem Himmelreich nachgehen und sich mit dem wichtigen Thema auseinandersetzen.

Eingeleitet wurde der Gottesdienst durch ein emotionales Zeichen: Ein Herzschlag war laut zu hören, der nach einigen Minuten schließlich aussetzte – und alles, was zu hören war, war das durchgängige Piepen der flachen Herzlinie. Dann begann die Band zu spielen und sang „Himmel auf“ von der Band Silbermond.

In einem anschließenden Gespräch zwischen Jonas und Nils wurde das Motto Game Over aufgegriffen: Die beiden spielten gemeinsam das Computerspiel Minecraft und unterhielten sich über den Tod von Jonas’ Oma. „Irgendwie habe ich ein schlechtes Gewissen“, gestand Jonas seinem Freund. „Ich habe ihr nie richtig Danke gesagt.“ „Behalte deine Oma so in Erinnerung, wie sie war. Vielleicht ergibt sich irgendwann die Gelegenheit, noch mal Danke zu sagen“, sprach ihm Nils zu. Und als Nils den Computerspiel-Tod starb, entgegnete sein Freund: „Du hast doch die Möglichkeit, es neu zu starten.“ Denn im Spiel ist so etwas schließlich sehr einfach.

Tod Thema beim Elixier-Gottesdienst

Moderatorin Jasmin erinnerte an andere Kulturen, in denen der Tod kein Tabuthema wie in unserer Gesellschaft ist. „Die machen eine fette Party und freuen sich, dass der Mensch so viel Zeit hatte“, meinte sie. „Der Tod gehört nicht totgeschwiegen.“ Genau deshalb freute sie sich, dass so viele Leute zum Gottesdienst gekommen waren.

In seinem Predigt-Slam berichtete Pfarrer Sebastian Werner von seiner Arbeit als Seelsorger: Zwischen Kitastress kommt plötzlich der Anruf eines Bestatters, dann heißt es kurz durchatmen. „Sie haben keine Worte für das, was passiert ist. Stille und Schweigen, das kommt besonders häufig vor, wenn ein geliebter Mensch stirbt“, erzählte Werner. Doch er erinnerte auch an das, was danach kommt: „Es gibt etwas nach dem Tod. Das Einssein mit Gott in der Ewigkeit.“

Tief emotional und sehr zugänglich wurde der gesamte Gottesdienst vom Elixier-Team gestaltet. Die Gespräche wurden immer wieder thematisch durch anschließende Musikstücke der Band aufgegriffen und am Ende gingen die Gottesdienstbesucher bestimmt mit dem, was sich Moderatorin Jasmin zu Beginn gewünscht hatte, nach Hause: mit mehr Hoffnung und Zuversicht.

Von Selina Kaiser

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